Selbst die schönsten Sachen haben auch eine Schattenseite. So können bei der gemeinhin schönsten Nebensache der Welt auch unangenehme Krankheiten übertragen werden. Die beiden Begriffe sexuell übertragbare Krankheiten und Geschlechtskrankheiten werden gerade von Laien oft als Synonym verwendet.

Dabei ist jedoch nicht jede Krankheit, die beim Geschlechtsverkehr übertragen wird, direkt auch eine Geschlechtskrankheit. Denn Ärzte unterscheiden mittlerweile zwischen «sexuell übertragbaren Krankheiten» (die immer häufiger nach der englischen Bezeichnung «sexually transmitted diseases» unter dem Kürzel STD zusammengefasst werden) sowie Geschlechtskrankheiten.

Wie der Name schon sagt, werden die STD beim eigentlichen Geschlechtsakt übertragen. Hierunter fallen die Trichomonadeninfektionen, wie zum Beispiel Herpes genitalis, Pilzinfektionen der Genitalien und Feigwarzen, die durch Safer Sex (also die Benutzung eines Kondoms) drastisch reduziert werden können.

Beim Safer Sex geht es also primär darum, die Ansteckung mit verschiedensten Keimen, die durch Geschlechtsverkehr übertragen werden, zu verhindern und gleichzeitige Rücksichtnahme auf die eigene und die Gesundheit der Mitmenschen. Steckt man sich dennoch mit einer dieser Infektionen an und erkennt diese frühzeitig, so können die Symptome schnell und effektiv behandelt werden.

Zu den Geschlechtskrankheiten werden Erkrankungen wie Syphilis, Tripper (Gonorrhoe), Weicher Schanker («Ulcus molle») und eine bestimmte Form der Chlamydieninfektion (Lymphogranuloma venereum) gezählt.

Chlamydieninfektionen, zumeist durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen, gehören weltweit zu den häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten – bei Frauen und Männern gleichermassen.

Die Symptome bei beiden Geschlechtern ist ein leichter, andauernder, dünnflüssiger und gelblicher Ausfluss, der manchmal mit Schmerzen beim Wasserlassen einhergeht, teilweise jahrelang unentdeckt bleibt und immense Spätfolgen (zum Beispiel Unfruchtbarkeit) zur Folge haben kann. Die Behandlung einer Chlamydieninfektion erfolgt mit Antibiotika.

Tripper ist extrem ansteckend und kann mit der Verwendung von Kondomen vorgebeugt werden. Die Bakterien befallen nicht nur die Geschlechtswege und -organe, sondern finden sich auch im Rachen oder Enddarm, was langfristig zu Unfruchtbarkeit führen kann. Zwar ist die Krankheit durch Antibiotika gut behandelbar und heilbar, doch werden in den letzten Jahren immer mehr Gonokokken-Stämme gefunden, die resistent gegen bestimmte Antibiotika sind.

Die häufigsten Erreger für Pilzerkrankungen der Genitalien sind Hefepilze (Candida albicans). Doch Pilze können nicht nur durch Sex übertragen werden – man kann sie beispielsweise auch bei einem Schwimmbadbesuch einfangen.

Dies führt bei Frauen zu unangenehmen Symptomen wie Jucken, Brennen und gelbem Ausfluss. Bei Männern sind Vorhaut und Eichel  gerötet und es kann ebenfalls zu brennenden Schmerzen kommen. Zur lokalen Behandlung stehen etliche Pilzmittel als Creme, Gel, Salbe und auch als Vaginaltabletten zur Verfügung.