Prof. Schmid-Grendelmeier, was ist eine Kreuzallergie?

Sie müssen sich vorstellen, dass eine botanische Verwandtschaft zwischen bestimmten Pollen und pflanzlichen Nahrungsmitteln besteht und sie ähnliche Eiweissstrukturen besitzen.

Ist man nun von Heuschnupfen betroffen, kann es deshalb sein, dass man auch auf verwandte Lebensmittel allergisch reagiert (Kreuzreaktion).

Das Immunsystem ist nämlich nicht in der Lage, zwischen diesen ähnlichen Eiweissstrukturen zu unterscheiden. Ein einfaches Beispiel sind Haselpollen. Allergiker haben häufig auch leichte Symptome, wenn sie Haselnüsse essen.

Welche typischen Symptome treten bei einer Kreuzallergie auf? 

Die Symptome hängen davon ab, wie man mit den Stoffen in Kontakt kommt. Das können einerseits Atemwegssymptome sein. Andererseits können beim Verzehr bestimmter Lebensmittel ein Kribbeln im Gaumen, ein Brennen und Jucken im Mundbereich oder an den Lippen spürbar sein.

In schweren Fällen kann es auch zu einer Schwellung im Gesicht oder sogar zu einem Asthma Anfall kommen.

Wie wahrscheinlich ist es, dass man als Allergiker eine Kreuzallergie entwickelt?

Bei gewissen Eiweissen ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch. Dabei entwickelt sich eine Kreuzallergie häufig zeitversetzt. Also besteht zuerst der Heuschnupfen und später gesellt sich eine Kreuzallergie hinzu.

Den umgekehrten Fall gibt es übrigens auch, wenn auch sehr selten: Menschen, die gar keinen Heuschnupfen haben, sondern nur die Kreuzallergie zu spüren bekommen. 

Was kann man prophylaktisch tun, damit sich keine Kreuzallergie entwickelt?

Wird die ursprüngliche Allergie behandelt, also desensibilisiert, ist das Risiko einer Kreuzallergie geringer. Gegen die Kreuzallergie an sich kann man jedoch nichts tun, ausser die entsprechenden Lebensmittel zu meiden.

Können Kreuzallergien auch verschwinden?

Es lässt sich schlecht voraussagen, wie sich eine Allergie entwickeln wird. Allergien sind etwas sehr Dynamisches und ihr Verlauf nicht vorhersehbar. Es gibt durchaus die Möglichkeit, dass die Kreuzallergie verschwindet. Ebenso gut kann sie sich jedoch verstärken oder es kann eine neue Allergie hinzukommen.

Typisch sind Kreuzreaktionen zwischen folgenden Allergenen und Nahrungsmitteln:

  • Birken-, Erlen-, Haselpollen (Januar–April)
  • Kern- und Steinobst (Äpfel, Birnen, Pflaumen, Aprikosen, Kirschen usw.), Haselnuss, Walnuss, Mandeln, Tomaten, Karotten, Sellerie, Mango, Avocado, Fenchel, Kiwi, Litschi
  • Beifusspollen (Artemisia) (Juli–August)
  • Sellerie, Karotten, Fenchel, Artischocken, Kamille, Pfeffer, Senf, Dill, Petersilie, Koriander, Kümmel, Anis, Sonnenblumenkerne
  • Hausstaubmilben
  • Crevetten, Hummer, Langusten, Krebse, Schnecken und essbare Insekten
  • Latex
  • Avocado, Banane, Edelkastanie (Vermicelles, Maroni), Kiwi, Papaya, Feige, Paprika

Quelle: aha Allergiezentrum Schweiz