Bis die Diagnose Lupus endlich steht, haben die Betroffenen häufig einen langen Leidensweg hinter sich.

Die Symptome reichen von einem allgemeinen Krankheitsgefühl, Müdigkeit, Kopfschmerzen bis hin zu Gelenk- oder Gliederschmerzen, schmerzhaften Geschwüren im Mund und Entzündungen

«Die Symptome eines Lupus sind individuell so verschieden, dass es oftmals lange Zeit dauert, bis die Betroffenen die Diagnose  erhalten. Lupus bedeutet lateinisch zwar Wolf, gilt aber als Chamäleon unter den Krankheiten», sagt der Rheumatologe Dr. Michael Kirsch. Nicht selten haben Lupus-Betroffene einen regelrechten Ärztemarathon durchlaufen.

«Es gibt Patienten, die so krank sind, dass die Diagnose ‹Lupus› erst auf der Intensivstation gestellt wird. Bei der Mehrheit zeigt sich die Krankheit jedoch deutlich milder und sie gehen immer wieder wegen unterschiedlicher Beschwerden zum Hausarzt», weiss Dr. Kirsch.

Die Symptome reichen von einem allgemeinen Krankheitsgefühl, Müdigkeit, Kopfschmerzen bis hin zu Gelenk- oder Gliederschmerzen, schmerzhaften Geschwüren im Mund und Entzündungen.

Die typische Hautrötung im Gesicht (Schmetterlingserythem) tritt nur bei weniger als der Hälfte der Lupus-Betroffenen auf.  Die Krankheit zeigt sich erstmalig meist im zweiten bis dritten Lebensjahrzehnt. Frauen sind mit 90 Prozent deutlich häufiger betroffen als Männer.

Überaktives Immunsystem

Doch wie entsteht Lupus überhaupt? «Wenn absterbende Zellen nicht genügend rasch aus dem Gewebe weggeschafft werden, gerät das Immunsystem durcheinander und es werden Antikörper gegen Zellbestandteile gebildet.

Das Immunsystem wird übermässig aktiviert und wehrt nicht nur körperfremde Stoffe (unter anderem Bakterien, Viren) ab, sondern wendet sich auch gegen körpereigene Strukturen. Verbreitet sich die Entzündung im Körperinnern, können Organe, Gelenke, Blutzellen oder das Nervensystem geschädigt werden», erklärt der Immunologe Dr. Thomas Hauser.

Lupus ist zwar nicht heilbar, doch kann er mit  Medikamenten,  die das überaktiv gewordene Immunsystem dämpfen, erfolgreich behandelt werden. «Das individuelle Behandlungskonzept hängt davon ab, welche Organe vom Lupus betroffen sind und wie aktiv er verläuft», sagt Dr. Hauser. So gibt es immer wieder Phasen der Ruhe, in denen die Krankheit «schlummert».

«Typisch ist, dass Lupus in Schüben verläuft und es dazwischen immer wieder beschwerdefreie Phasen gibt. Zudem haben wir heute ein besseres Verständnis dafür, welche Faktoren die Schübe auslösen können», erklärt Dr. Hauser.  Besonders von Sonnenlicht weiss man, dass es die Krankheit aktivieren kann.

«Unser Anliegen ist es, die Betroffenen zu schulen, damit sie ihre Krankheit und ihre persönliche Ausprägung des Lupus gut kennen. Werden Entzündungen frühzeitig erkannt, können diese mit Medikamenten behandelt und damit verhindert werden», so Dr. Hauser. Wichtig sind regelmässige Kontrollen beim Spezialisten. Studien zeigen, dass Lupus-Patienten, die von Spezialisten betreut werden, eine bessere Prognose haben.