Morbus Bechterew ist eine chronisch-rheumatische Erkrankung, die vor allem die Wirbelsäule betrifft. In der Regel befällt die Entzündung zuerst die Kreuz-Darmbein-Gelenke, also die Verbindung der Basis der Wirbelsäule mit dem Becken. Wie andere entzündlich-rheumatische Erkrankungen verläuft auch Morbus Bechterew in Schüben. Die Erkrankung schreitet langsam voran und kann im Verlauf zu einer Bewegungseinschränkung sowie einer Krümmung der Wirbelsäule führen. Auch können einzelne oder mehrere Gelenke vollständig versteifen. Jedoch muss betont werden, dass der Schweregrad der Erkrankung von Patient zu Patient sehr unterschiedlich ist.

Betroffene mit einem milden Verlauf leiden etwa bloss unter Rückenschmerzen, während ein schweres Krankheitsbild mit einer weitgehenden Wirbelsäulensteife und dem Befall diverser weiterer Gelenke und Organe einhergeht. Die unterschiedlichen Krankheitsbilder tragen denn massgeblich dazu bei, dass von den ersten Symptomen bis zur Diagnose oftmals Jahre vergehen. Ein Symptom, das an einen Morbus Bechterew denken lässt, kann daher ein tiefsitzender Rückenschmerz sein, der bevorzugt auch nachts oder in den frühen Morgenstunden auftritt. Charakteristisch ist, dass sich der Schmerz durch Bewegung bessert. Ebenso kann Morgensteifigkeit des Rückens auftreten sowie chronischer Rückenschmerz und Müdigkeit. Die Erkrankung beginnt häufig vor dem 40. Lebensjahr.

Erbliche Veranlagung
Tatsächlich spielt die erbliche Veranlagung bei Morbus Bechterew eine wichtige Rolle. So weisen etwa Menschen, die in der Familie Morbus-Bechterew-Betroffene haben, ein fünf bis zehn Prozent höheres Erkrankungsrisiko auf. Bei vielen Morbus-Bechterew-Patienten ist zudem ein Protein nachweisbar, das auch bei verschiedenen Rheumaerkrankungen eine Rolle spielt. Morbus Bechterew gilt zwar bis heute als unheilbar, doch lässt sich der Verlauf entscheidend beeinflussen. Die Behandlung zielt einerseits auf die Schmerzlinderung mit Medikamenten ab, andererseits auf die Erhaltung der Bewegungsfähigkeit.