Das Leitsymptom bei der pulmonalen Hypertonie ist Atemnot bei Anstrengung, manchmal wird diese auch als rascher Erschöpfungszustand oder Engegefühl im Brustkorb wahrgenommen. Hinzukommen Herzrhythmusstörungen und bei fortgeschrittener Krankheit auch der Kreislaufkollaps mit plötzlicher Ohnmacht.
 

«Die pulmonale Hypertonie wird in verschiedene Gruppen eingeteilt, nach Ursprungsort in den Lungenarterien, im Herzen oder aufgrund der zugrunde liegenden Krankheit», erklärt die Spezialistin und Fachärztin für Pneumologie, Professorin Silvia Ulrich.
 

Am häufigsten kommt die pulmonale Hypertonie bei Linksherzinsuffizienz und bei Lungenkrankheiten vor. Sind diese Krankheiten ursächlich, liegt das Problem nicht bei den Lungengefässen selber, und somit steht die Therapie der Grundkrankheit im Vordergrund.

Die Diagnose pulmonale Hypertonie kann nur im Rechtsherzkatheter gestellt werden und die korrekte Klassifikation erfordert Spezialuntersuchungen. Medikamentöse Therapien sind nur für pulmonal-arterielle Hypertonien der Gruppe I und periphere Formen der chronischen thromboembolischen pulmonalen Hypertonie der Gruppe IV zugelassen und untersucht.

Adäquate Behandlung

Die pulmonal-arterielle Hypertonie ist eine seltene und fortschreitende Krankheit, welche ohne Ursache (idiopathisch) oder assoziiert zu anderen Krankheiten vorkommen kann. «Ohne Behandlung haben Patienten mit einer pulmonal-arteriellen Hypertonie eine schlechte Lebensqualität und es besteht die Gefahr eines verfrühten Todes», sagt Silvia Ulrich.

Leider sei die pulmonal-arterielle Hypertonie bisher nicht heilbar, moderne medikamentöse Therapiekombinationen würden jedoch die Lebensqualität, Belastungsfähigkeit und das Überleben deutlich verbessern.

Chirurgischer Eingriff

Anders sieht es für gewisse Patienten mit chronisch thromboembolischer pulmonaler Hypertonie (CTEPH) aus, da die Chance auf Heilung durch einen komplexen chirurgischen Eingriff besteht. Bei der CTEPH kommt es, meist ausgehend von einer akuten tiefen Bein- oder Beckenvenenthrombose, zu einer Gerinnselverschleppung in die Lunge, wo die Gerinnsel in den im Durchmesser kleiner werdenden Lungenarterien stecken bleiben (sogenannte Lungenembolie).

Bei der überwiegenden Mehrheit der Patienten werden diese Gerinnsel nach Einleitung einer Blutverdünnung über Wochen bis Monate vollständig aufgelöst. Bei bis zu vier Prozent der Patienten lösen sich diese Gerinnsel nicht oder nicht vollständig auf und vernarben. Die Erkrankung geht damit in ein chronisches Stadium über.

«Für die grosse Mehrheit der Patienten mit einer pulmonalen Hypertonie aufgrund von Lungen- oder Herzkrankheiten ist die adäquate Behandlung der Grundkrankheit die entscheidende Möglichkeit, um ihre Beschwerden zu verbessern», fasst Ulrich zusammen.

«Die Diagnose und Behandlung der pulmonalen Hypertonie ist äusserst komplex und sollte unbedingt in enger Zusammenarbeit mit einem der acht Schweizer Zentren für pulmonale Hypertonie erfolgen.» (www.sgph.ch)