Das PSA (prostataspezifisches Antigen) ist ein Eiweissmolekül und wird fast ausschliesslich in der Prostata gebildet, von den Drüsen ausgeschieden und kann unter anderem im Blut nachgewiesen werden.

1. PSA ist kein Tumormarker

Das PSA wird im Rahmen einer Prostatavorsorgeuntersuchung kontrolliert und kann mittels analytischen Verfahren im Blut bestimmt werden. PSA kann demnach auch bei gesunden Männern nachgewiesen werden, wobei die Menge in etwa Rückschlüsse über die Aktivität der Prostata geben kann. Aufgrund von Erfahrungswerten wird dabei festgelegt, bis zu welchem Wert das PSA noch im Normbereich liegt und ab wann es als erhöht gilt. Wichtig ist dabei zu wissen, dass das PSA – auch wenn häufig falsch angenommen – kein Tumormarker für die Prostata ist. Es gibt verschiedene Gründe, warum das PSA erhöht sein kann. Neben einem Tumor können auch eine gutartig vergrösserte Drüse, mechanische Reizungen der Prostata wie z.B. Fahrradfahren oder auch Entzündungen zu einer Erhöhung des PSA führen.

2. Prostatakrebs als zweithäufigste Krebstodesursache

Das heisst, eine Erhöhung des PSA ist nicht gleichzusetzen mit einem Prostatakrebs. Da aber ein Prostatakrebs eine mögliche und relevante Ursache einer PSA-Erhöhung ist, lohnt sich eine diesbezügliche Weiterabklärung. Seit Einführung des PSA-Tests in den 80er-Jahren werden Prostatakrebse um viele Jahre früher diagnostiziert. Das PSA hat somit einen wichtigen Stellenwert in der frühzeitigen Prostatatumorerkennung. Selten gibt es aber auch Prostatatumore bei tiefem PSA. Meist sind dies sehr aggressive Tumore. Vor allem aus Kostengründen wird in vielen Ländern – wie auch in der Schweiz – kein generelles Screening empfohlen. Nicht alle Männer mit einem Prostatakrebs erkranken manifest oder sterben daran, da der Prostatakrebs in der Regel beim älteren Mann vorkommt und meist nur langsam fortschreitet.

Dies spiegelt sich auch in der Statistik wider: Prostatakrebs ist die häufigste Krebsdiagnose beim Mann, aber «nur» die zweithäufigste Krebstodesursache. Immerhin ist Prostatakrebs eine relevant häufige Todesursache, sodass sich eine frühzeitige Diagnostik lohnen könnte. Empfohlen wird eine regelmässige Tumorvorsorge, wenn eine familiäre Veranlagung für Prostatakrebs vorhanden ist oder der Patient Beschwerden beim Wasserlösen hat. Leider ist es aber so, dass Prostatakrebs im potenziell heilbaren Frühstadium keinerlei Beschwerden verursacht.

 

3. Differenzierte Aufklärung des Patienten

Generell sollte jedoch eine Prostatavorsorgeuntersuchung bei einem beschwerdefreien Patienten, zu der auch ein PSA-Test gehört, nur erfolgen, wenn im Falle einer Prostatakrebsdiagnose danach auch therapeutische Konsequenzen gezogen würden. Dies setzt eine differenzierte und durchaus zeitintensive Aufklärung des Patienten durch den Arzt voraus. Bei einem Patienten, der auch bei einer Tumordiagnose keine Therapie wünschen würde oder bereits ein gewisses Alter hat beziehungsweise unter anderen schweren Erkrankungen leidet, darf auf eine PSA-Diagnostik verzichtet werden.
Zusammenfassend kann man festhalten, dass das PSA zwar ein nicht optimaler, aber derzeit der beste Laborparameter in der Prostatakrebsdiagnostik ist. Damit lautet die Antwort zur im Titel gestellten Frage wie so oft in der Medizin: «weder noch».