Wie häufig kommen ­Schlafstörungen vor?
Schlafstörungen sind ein ernstzunehmendes Problem, sind fast schon eine Volkskrankheit. In der Schweiz sind rund 50 000 Menschen abhängig von Schlaf- und Beruhigungsmitteln. Rund ein Drittel der Bevölkerung leidet unter sporadischen Schlafstörungen, Tendenz steigend. Bei etwa 10 Prozent sind die Ein- oder Durchschlafstörungen chronisch, das heisst: Man leidet mehr als drei Wochen darunter. Bei Schichtarbeitern oder Piloten, für die ein regelmässiger Schlafrhythmus schwierig herzustellen ist, kann man durchaus von einer Berufskrankheit sprechen. Meiner Ansicht nach liegt die Zunahme an Schlafstörungen daran, dass unser Berufsalltag immer kopflastiger wird und weniger körperlich anstrengend. Man ist abends geistig erschöpft, körperlich wird man aber nicht müde.

Wie sehen die Konsequenzen für Körper und Geist aus?
Wer nicht richtig schläft, ist am nächsten Tag nur ein halber Mensch. Die Erschöpfung steht im Vordergrund, aber auch Appetitlosigkeit, Übelkeit und Koordinationsschwierigkeiten können resultieren. Genauso fatal sind mentale und psychische Konsequenzen: Das Nervenkostüm ist einfach nicht das gleiche aufgrund von Konzentrations- und Aufmerksamkeitsdefiziten, was starke Stimmungsschwankungen hervorrufen kann. Schlafstörungen sind ein Teufelskreis. Ohne Behandlung ist man latent unausgeschlafen, leidet, fürchtet sich gar vor dem Nicht-Einschlafen-Können, weil der Alltag nicht bewältigt werden kann.

Welche äusseren Bedingungen braucht ein gesunder Schlaf?
Der gesunde Schlaf beruht auf dem optimalen Verhältnis zwischen Schlaf- und Wachrhythmus, also einer idealen Schlafarchitektur. Die Dauer und Intensität des Schlafes ist individuell, wichtig ist aber die Regelmässigkeit von Schlafrhythmus und Schlafhygiene. Dazu zählen Schlafzimmertemperatur bei optimal bei 15 bis 17 Grad und Lichtverhältnisse, Lärmpegel und natürlich Komfortabilität des Bettes. Der gesunde Schlaf wird oft auch durch Elektrosmog gestört, Fernsehen und zu viele Elektro-Geräte im Schlafzimmer sind demnach kontraproduktiv, ebenso Essen und Arbeiten im Bett.

Welche Therapiemöglichkeiten empfehlen Sie?
Verzicht auf Koffein, Alkohol und Tabakkonsum. Sport und entspannende Tätigkeiten können helfen. Letzteres hilft besonders, wenn man zwar müde ist, aber nicht abschalten kann. Als medikamentöse Behandlung empfehle ich konsequent pflanzliche Mittel, da diese nicht in eine Abhängigkeit führen und auch keinen sogenannten Hangover am nächsten Tag hervorrufen. Sehr zu empfehlen ist eine Kombination aus Baldrian und Hopfen, da anders als chemische Stoffe hierbei nicht die Müdigkeit gesteigert, sondern vielmehr die Schlafbereitschaft gefördert wird. Wo chemische Schlafmittel starke Nebenwirkungen und Abhängigkeit ohne Ursachenbehebung zur Folge haben, wird durch ein Baldrian-Hopfen-Präparat der Schlafzyklus natürlich wieder hergestellt.