Wann spricht man von einer Insomnie?

Von einer chronischen Insomnie spricht man, wenn die Betroffenen über drei Monate unter Ein- oder Durchschlafstörungen leiden oder ihre Schlafqualität beeinträchtigt ist.

Eine schlechte Schlafqualität bedeutet, dass die Betroffenen nicht tief schlafen, immer wieder aufwachen oder einen sehr oberflächlichen Schlaf haben. Zu den schlechten Nächten gesellt sich oftmals die Angst vor den schlechten Nächten. Ein Teufelskreis.

Welches können die Folgen von chronischen Schlafstörungen sein?

Aufgrund der schlechten Schlafqualität ist bei einer Insomnie häufig die Tagesbefindlichkeit eingeschränkt. Die Betroffenen sind weniger belastbar, leicht reizbar und nur eingeschränkt konzentrationsfähig. Nicht nur die Nacht, sondern auch der Tag wird zur Qual.

Zu wenig Schlaf hat aber auch Auswirkungen auf das Gedächtnis und vielleicht sogar auf neurodegenerative Erkrankungen.  Zudem kann eine Insomnie zu zahlreichen körperlichen Beschwerden wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen.  Im schlimmsten Fall kann eine chronische Insomnie eine Depression auslösen.

«Schlaf ist etwas sehr Individuelles und jeder muss selbst herausfinden, was ihm gut tut»

Eine kürzlich veröffentlichte Studie des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) zeigt, dass Schlafstörungen in den letzten Jahren zugenommen haben. Gleichzeitig hat die Schlafdauer abgenommen. Welche Erklärungen gibt es hierfür?

Insomnie lässt sich durch verschiedene Faktoren erklären:  etwa durch die dichte Reizbelastung, der die meisten Menschen heute ausgesetzt sind. Schlechter Schlaf gehört zum modernen Leben, weil dieses Leben es einem schwer macht, zur Ruhe zu kommen.

Ein weiterer Faktor ist das künstliche Licht, das dabei längst nicht mehr nur aus Lampen, sondern aus Bildschirmen aller Grössen strahlt. Zudem hat der Schlaf in unserer Gesellschaft nur eine geringe Bedeutung. Hinzu kommen individuelle Faktoren wie Depressionen, Angsterkrankungen und genetische Faktoren. Zudem leiden Frauen häufiger unter Insomnie.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Kurzfristig kann eine medikamentöse Therapie zum Einsatz kommen. Allerdings liegt hier die Betonung auf kurzfristig! Langfristig und nachhaltig hat sich die kognitive Verhaltenstherapie bewährt.

Welche Tipps haben Sie für einen gesunden Schlaf?

Schlaf ist etwas sehr Individuelles und jeder muss selbst herausfinden, was ihm gut tut.

Generell rate ich zu mehr Achtsamkeit vor der Nacht und vor den Schlafstunden. Ein regelmässiger Schlaf-wach-Rhythmus angepasst an das individuelle Schlafbedürfnis ist wichtig.

Bevor man schlafen geht, sollte man zur Ruhe kommen und möglichst TV, Tablets und Handys zur Seite legen. Eine Tasse Tee und ein gutes Buch wirken manchmal Wunder.