Was sind die Gründe, dass manche Menschen mit ihren Zähnen in der Nacht mahlen?

Es gibt viele Ursachen. Der häufigste Grund ist Stress, also zum Beispiel Überbelastung im Geschäft oder im familiärem Umfeld, oft mit Zähnen, die nicht perfekt aufeinanderpassen. Auch chronische oder akute Schmerzen wie Migräne oder Rheuma können zum Knirschen führen.

Das Zähneknirschen muss sehr differenziert vom Zahnarzt analysiert werden. Viele Menschen wissen nicht, dass sich die Zähne im Normalzustand nicht berühren. Eine Ausnahme bildet das Kauen und Schlucken von Mahlzeiten.

Zähneknirschen bei Kleinkindern (Milchzahngebiss sechs Monate bis sechs Jahre) ist im Übrigen nicht bedenklich. Es ist Teil der ganz normalen Entwicklung und des Wachstums des Gesichtsschädels.

Was sind die Folgen, wenn das Zähneknirschen zur Gewohnheit wird?

Die Zähne werden bei regelmässigem Knirschen flach geschliffen, dadurch können Überempfindlichkeiten entstehen. Nicht selten sind Zahnfrakturen eine Folge davon. Mit ästhetischen Einbussen ist zu rechnen, wenn die oberen Frontzähne kürzer werden und beim Sprechen oder Lachen kaum mehr sichtbar sind.

«Für eine längerfristige Besserung kann eine Harmonisierung der Bisssituation durch einen Zahnarzt vorgenommen werden»

Bei sehr stark abgeschliffenen Zähnen verliert der Patient an Bisshöhe und das kann wiederum zu einer verstärkten Belastung und Schmerzen der Kiefergelenke führen. Symptome können auch Kopf-, Nacken-, Schulter-, oder Rückenschmerzen, Schwindel oder Sensibilitätsstörungen im Gesichtsbereich und ausstrahlende Schmerzen des Kausystems sein oder Mundöffnungsbehinderung vor allem morgens, wenn die ganze Nacht geknirscht wurde.

Auch sind Schmerzen im Bereich des Mundbodens und der Zunge, ein Druck hinter oder in den Augen oder in den Ohren (Tinnitus) nicht unüblich. Und nicht zuletzt sind Schlafstörungen nicht selten – die Patienten fühlen sich am Morgen müde und matt.

Was kann man gegen das Zähneknirschen unternehmen?

Wichtig ist eine Aufklärung über Ursachen und Folgen bei einem Zahnarzt oder einem spezialisierten Physiotherapeuten. Wenn Stress die Ursache ist, muss sich der Patient aktiv entspannen und selbst überwachen – wenigstens tagsüber.

In gewissen Fällen ist eine Knirschschiene (Michigan-Schiene) für die Nacht angezeigt, diese hilft massgeblich, der Gewohnheit einen Riegel vorzuschieben. In gewissen Fällen kann auch der kurzfristige Einsatz von Medikamenten wie Schlafmitteln oder muskelrelaxierenden Medikamenten helfen.

Für eine längerfristige Besserung kann eine Harmonisierung der Bisssituation durch einen Zahnarzt vorgenommen werden. Die zahnärztliche Therapie reicht dabei von minimalem Einschleifen bis hin zur Gesamtrekonstruktion des Bisses.