Prof. Schmid-Grendelmeier, seit wann sind Allergien bekannt?

Seit Menschengedenken. Es existieren beispielsweise ägyptische Darstellungen von Personen, die von Bienen gestochen wurden und danach bewusstlos zusammenbrachen.

Bei Heuschnupfen handelt es sich um eine Pollenallergie, bei der der Körper auf eine gewisse Blütenstaubart sensibilisiert bzw. empfindlich ist

Das Phänomen war zwar noch nicht als allergische Reaktion bekannt, die Krankheit wurde jedoch schon lange vor unserer Medizingeschichte beschrieben.

Der Begriff «Allergie» wurde erstmals im Jahr 1906 durch den Wiener Kinderarzt Clemens von Pirquet verwendet. Heute ist man sich der Vielzahl von Allergien bewusst, wobei diese auch immer genauer nachgewiesen werden können.

Woher rühren Allergien und wieso gibt es immer mehr davon?

Es handelt sich hierbei um eine Kombination von Vererbung/Genetik und verschiedenen Umweltfaktoren wie etwa Lebensgewohnheiten, Schadstoffen in der Luft, Verstädterung und Ernährung.

All diese Faktoren beeinflussen unser Immunsystem. Sie können eine übermässige Reaktion des Immunsystems auf harmlose Substanzen wie beispielsweise Blütenstaub auslösen, die dann Krankheitssymptome auslöst.

Sie sprechen vom Heuschnupfen?

Genau. Bei Heuschnupfen handelt es sich um eine Pollenallergie, bei der der Körper auf eine gewisse Blütenstaubart sensibilisiert bzw. empfindlich ist.

Kommt es zum Kontakt mit dem Blütenstaub, reagiert das Immunsystem darauf und es kann zu eigentlichen Kettenreaktionen kommen, bei denen Stoffe ausgeschüttet werden, die  letztlich für die typischen Symptome wie laufende Nase, Augenbrennen oder in schweren Fällen auch Asthma verantwortlich sind.

Wieso leiden so viele Leute gerade an Heuschnupfen?

Wir alle kommen mit Pollen in Kontakt. Gerade Pollen von windbestäubten Pflanzen bewegen sich sehr leicht in der Luft und treten zu bestimmten Jahreszeiten in grossen Mengen auf. Bei Tierallergien verhält sich dies schon anders: Nicht jeder hat Haustiere oder trifft täglich auf Tiere.

Was hilft gegen Heuschnupfen?

Als vorbeugende Massnahme sollte man den Kontakt mit Pollen so weit als möglich meiden. Tagsüber an der frischen Luft helfen Brillen und Sonnenbrillen. Am Abend empfiehlt es sich, die Haare auszubürsten oder zu waschen, um in den Haaren gefangene Pollen zu entfernen.

Wäsche sollte nicht im Freien getrocknet werden. Gegen die Symptome helfen entsprechende Medikamente wie Tabletten, Augentropfen oder Nasensprays. Durch eine spezifische Immuntherapie, auch Hyposensibilisierung bezeichnet, kann die Ursache angegangen und die Beschwerden nachhaltig gebessert werden.

Ferner haben Studien belegt, dass auch Akupunktur Heuschnupfensymptome lindern kann.