Osteoporose ist eine zunächst stumme Erkrankung, die lange unbemerkt bleibt. Wird sie nicht rechtzeitig behandelt, drohen Knochenbrüche, chronische Schmerzen, Behinderung und Pflegebedürftigkeit.

«Leider klären wir mehrheitlich Patientinnen und Patienten ab, die bereits eine Osteoporose haben, oft sogar solche mit schwerer Osteoporose, also mit Knochenbrüchen»

«Osteoporose schleicht sich irgendwann ins Leben ein und wenn sie da ist, dann gibt es nur noch Hilfe durch Behandlung und Verzögerung des Verlaufs», sagt Prof. Dr. Kurt Lippuner, Facharzt für Osteoporose. Dabei würden viele Menschen denken, es sei normal, mit zunehmendem Alter kleiner zu werden. Dem ist jedoch nicht so. «Sie können sich nicht vorstellen, dass in der Wirbelsäule dramatische Veränderungen (Kompressionsbrüche von Wirbelkörpern) stattfinden, welche zur ‹Schrumpfung› führen.

Oft müssen mehrere Wirbel brechen und der Schmerz muss sehr gross sein, bevor die Betroffenen ihren Hausarzt aufsuchen», weiss Prof. Lippuner aus Erfahrung. Umso wichtiger ist eine frühzeitige Osteoporose-Vorbeugung. Dazu gehören eine gesunde Ernährung, ein ausgeglichener Lebensstil und ausreichend Bewegung.

Um den natürlichen Knochenaufbau bis zum 40. Lebensjahr zu fördern und einen Knochenabbau so weit wie möglich zu vermindern, ist es zudem wichtig, den Körper ausreichend mit Vitamin D und Kalzium zu versorgen. 

«Leider klären wir mehrheitlich Patientinnen und Patienten ab, die bereits eine Osteoporose haben, oft sogar solche mit schwerer Osteoporose, also mit Knochenbrüchen», sagt Kurt Lippuner. Allerdings gäbe es auch «Ausnahmen», etwa Frauen, die wegen Brustkrebs eine antihormonelle Therapie erhalten. In dieser Situation würden die behandelnden Ärzte eine frühzeitige Standortbestimmung veranlassen, um einer Osteoporose vorzubeugen.

Ähnliches gilt für Patienten, die langfristig Kortisonpräparate einnehmen müssen. «Unsere Hausärzte sind sensibilisiert auf solche Risikokonstellationen und reagieren sehr umsichtig», lobt Prof. Lippuner. Die medikamentösen Therapien zielen primär darauf ab, den erhöhten Knochenabbau zu verlangsamen. Mit geeigneten Medikamenten gelingt dies, sodass die bestehende Knochenmasse wieder besser mineralisiert und fester wird.

Das Knochenbruchrisiko wird dadurch deutlich gesenkt. In schweren Fällen, oft nach wiederholten Brüchen, kommt ein Medikament zur Anwendung, das den Knochenaufbau fördert. «Begleitend zu diesen Therapien muss eine adäquate Versorgung mit Kalzium und Vitamin D sichergestellt werden.»