Die Multiple Sklerose gehört zur Gruppe der Autoimmunkrankheiten. Das bedeutet, dass das Immunsystem gesunde Zellen angreift und somit zum Feind des eigenen Körpers wird. Bei der Multiplen Sklerose greifen die Abwehrzellen unter anderem die sogenannten Myelinscheiden der Nerven an. Sie umhüllen die Nervenfasern und schützen diese. Wenn sie beschädigt oder zerstört werden, kann dies Auswirkungen auf alle Bereiche des Zentralnervensystems haben.

Gemäss Dr. Michael Linnebank, leitender Arzt einer Klinik für Neurologie handelt es sich bei MS um eine Krankheit, die durch ein Zusammenwirken angeborener und erworbener Faktoren auftritt. Eine Erbkrankheit ist es nicht. Die ersten Symptome treten meist zwischen dem 15. und 40. Lebensjahr auf. Diese zeigen sich zum Beispiel als Störungen des Sehens, des Fühlens oder der Bewegung. Der Krankheitsverlauf erfolgt in Schüben, wobei sich Behinderungen der frühen Schübe oft vollständig zurückbilden. Beim späteren Verlauf kommt es häufig auch unabhängig von Schüben zu bleibenden neurologischen Symptomen.

Die Krankheit ist zum heutigen Zeitpunkt nicht heilbar. Es gibt jedoch Behandlungsmöglichkeiten, die den Velauf oft sehr gut kontrollieren und den Betroffenen langfristig eine gute Lebensqualität ermöglichen können.

Verhaltensweisen des Einzelnen können MS negativ beeinflussen
Die aktuelle Therapie von MS besteht aus einer medikamentösen Manipulation des Immunsystems – der sogenannten Immunmodulation. Bei der Immunmodulation werden verschiedene Stoffe per Spritze, Infusion oder Tabletten abgegeben. Diese Medikamente verändern, reduzieren oder blockieren die falsche Reaktion des Immunsystems.

Gewisse Verhaltensweisen des Einzelnen können MS negativ beeinflussen. So deuten verschiedene Studien darauf hin, dass Rauchen die Krankheit negativ beeinflussen kann. Auch ein Mangel an Vitamin D ist allfällige ungünstig. Solche und ähnliche mögliche Zusammenhänge werden zur Zeit intensiv erforscht.

Die Forschung zielt aber im allgemeinen darauf ab, den Komfort der Therapie für den Patienten zu verbessern. So gibt es die Möglichkeit, dass Injektionen einfacher werden und Tabletten als Behandlung zur Verfügung stehen. Auch neue Therapiekonzepte, die zum Beispiel auf einer Stammzelltransplantation, oder auf mehreren neuen Medikamenten beruhen, werden entwickelt oder bereits erprobt. Ebenfalls wird die Behandlung der MS-Symptome, wie Störungen des Gehirns und Spastiken, kontinuierlich besser. Es ist also eine realistische Hoffnung, so Dr. Linnebank, dass neben den heutzutage schon guten Behandlungsmöglichkeiten in Zukunft weitere effektive Therapien genutzt werden können.