Beim gestörten Schlaf-Wachrhythmus wird man zu früh oder zu spät müde. Der Grund: Das Schlafprogramm, ausgelöst durch Hormone, verläuft verschoben zur inneren Uhr. Normalerweise schüttet unser Körper abends vermehrt das Schlaf anstos­sende Hormon Melatonin aus. Die Melatoninproduktion erreicht ihren Höchstwert in der Regel frühmorgens gegen ein Uhr. Danach sinkt sie ab. Für das Aufwachprogramm ist das Serotonin (Aufwachhormon), auch als Glückshormon bekannt, zuständig. Der Zeitpunkt des Melatoninanstiegs zeigt uns, ob die innere Uhr aus dem Takt geraten ist oder nicht. Bei Verdacht bestimmen wir den DLMO-Wert (Dim Light Melatonin Onset) mittels Melatonin-Check. Dieser Test misst den Melatoningehalt im Speichel in Stundenabschnitten. Das Laborresultat zeigt, ob ein normales, ein verspätetes oder ein verfrühtes Schlafphasen-Syndrom vorliegt. Bei einem verspäteten Rhythmus wird die betroffene Person erst zu später Stunde müde, liegt also eventuell. lange wach. Durch das Wachliegen verkürzt sich die effektive Schlafzeit, was den Erholungseffekt vermindert. Man ist morgens müde und unausgeruht. Ist der Schlaf-Wachrhythmus nach vorne verschoben, beginnt die Melatoninproduktion bereits am frühen Nachmittag. Betroffene fühlen sich schon nachmittags sehr schläfrig.

Störungen des Schlaf-Wachrhythmus kennen viele: Reisende in Form des Jetlags oder Schichtarbeiter aufgrund des ständig wechselnden Schichtdienstes. Wichtig zu wissen: Der Blauanteil des Lichts reguliert den Schlaf-Wachrhythmus mit und aktiviert unser Aufwach- und Glückshormon Seratonin. Entziehen wir dem Körper Licht, so verändern wir den Melatoninrhythmus. Ist der Rhythmus langfristig aus dem Takt geraten, ist es ratsam, Hilfe bei den Schlafspezialisten zu suchen. Es gilt abzuklären, ob es sich tatsächlich um einen verschobenen Rhythmus handelt und was der Auslöser war. Eine mögliche Behandlungsform ist der Einsatz von Melatoninpräparaten, oft auch in Kombination mit einer Lichttherapie. In der Schweiz unterliegt diese Behandlungsart strengen Auflagen. Ausgewählte Kliniken verfügen über eine Spezialbewilligung, die es ihnen erlaubt Melatoninpräparate bei Patienten mit nachgewiesenen Schlaf-Wachrhythmusstörungen abzugeben. Lichttherapien gibt es als handliches Gerät für den Heimgebrauch im Fachhandel oder können beim Spezialisten betreut angewendet werden.