Es trifft vielfach besonders engagierte Workaholics, die nicht genug von ihrer Arbeit bekommen können und alles bis aufs letzte «i-Tüpfelchen» perfekt machen möchten. Es handelt sich dabei um Menschen, die in der Regel schlecht delegieren können, immer das Beste geben wollen und sich keine Zeit gönnen, ihre Batterien wieder aufzuladen.

Ihr überdurchschnittlicher Einsatz wird von den Vorgesetzten geschätzt. Heute weiss man, dass Patienten mit einem Burnout sich oft stark an den Erwartungen ihres Umfelds orientieren und sich dabei selber überfordern.

Das kann sich mit der Zeit rächen: Viele Betroffene beginnen allmählich, zunehmend an körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung zu leiden.

Erste Warnzeichen für ein Burnout können eine Abnahme der kognitiven Fähigkeiten, der Motivation und der Kreativität sein, verbunden mit einer Reduzierung des emotionalen und sozialen Lebens.

Es kommt in der Folge zu psychosomatischen Reaktionen wie Spannungen, Schmerzen und Schlafstörungen. Zusätzlich stellen sich Gefühle der Depression und Verzweiflung ein. Oft treten dann Suizidgedanken auf.

Stress bei der Arbeit

Erste Warnzeichen für ein Burnout können eine Abnahme der kognitiven Fähigkeiten, der Motivation und der Kreativität sein, verbunden mit einer Reduzierung des emotionalen und sozialen Lebens

Längst ist Burnout keine Managerkrankheit mehr, sondern ein Symptom, das sich bei fast allen Berufsarten und Beschäftigungsstufen zeigen kann. Die Ursachen für ein Burnout sind vielfältiger Natur: Auslöser können eine Unter- oder Überforderung sein, kein oder zu wenig Lob für die geleistete Arbeit, das Gefühl, ungerecht behandelt zu werden, der Verlust des Gemeinschaftserlebens oder Wertekonflikte.

Besonders gefährdet sind Personen, die zu Beginn enthusiastisch und voller Tatendrang an ihre Arbeit gehen und sehr hohe Erwartungen an sich selbst stellen. Um alle gesteckten Ziele erreichen zu können, werden oft Familie, Partner, Freunde und Freizeit vernachlässigt.

Das kann dazu führen, dass die anfängliche Begeisterung später umschlägt in das Gefühl, ausgebrannt zu sein. Dieser Zustand wird noch gefördert durch Stress am Arbeitsplatz oder durch Angst um den Arbeitsplatzverlust.

Zunehmender Druck

Unsere Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren rasant verändert. Dazu beigetragen haben insbesondere Computer, Handy und das Internet. Informationen können heute innert Sekunden zur Verfügung gestellt werden, eine weltweite Kommunikation ist mit wenig Aufwand möglich.

Dieser Technologiesprung hat unbestritten einen hohen Nutzwert, gleichzeitig sind aber auch die Anforderungen an die Unternehmen und die einzelnen Mitarbeitenden gestiegen. Und damit auch der Druck, die geforderten Leistungen zu erbringen.

Auch die Arbeitsgeschwindigkeit hat zugenommen. Dies hat eine entsprechende Erwartungshaltung, etwa beim Kunden, Auftraggeber oder beim Vorgesetzten zur Folge. Eine Tatsache, die viele Menschen anfälliger für psychische Erkrankungen macht.

Rolle der Globalisierung

Stichwort Globalisierung: Sicher bringt die Globalisierung Vorteile, aber sie hat eben auch ihre Nachteile. Der Konkurrenz- und Leistungsdruck für Unternehmen hat dadurch zugenommen und wird dann häufig an die Mitarbeitenden weitergegeben.

Oder Unternehmen verlegen ihre Produktionsstandorte in Länder, in denen aufgrund der Lohnkosten oder aus steuerlichen Gründen wesentlich günstiger produziert werden kann. Aus dieser angespannten Situation resultiert bei den Mitarbeitenden die Angst vor dem Jobverlust. Diese wiederum steigert den individuell wahrgenommenen Leistungsdruck zusätzlich.

Nicht zuletzt kann es Führungsschwäche seitens der Vorgesetzten sein, die den Leistungsdruck der Mitarbeitenden erhöht. Ein Vorgesetzter hat einen erheblichen Einfluss darauf, ob sich ein Mitarbeiter im Unternehmen wohlfühlt.

Er kann dem Mitarbeiter das Leben zur Qual machen, indem er etwa psychischen Druck ausübt oder kaum einhaltbare Termine und Ziele vorgibt.