An einem ihrer «düsteren» Tage ging Paige auf eine Brücke und wollte dem ganzen Schmerz ein Ende setzen. Sie schaute in den Abgrund und … Ja, richtig, sie entschied sich, weiterzuleben!

Und daraus entstand ihre Idee, auch anderen Menschen zu helfen, die Entscheidung zugunsten des Lebens zu fällen. Dabei beschloss Paige, anderen Menschen in ähnlicher Lage im richtigen Moment einfühlsam zu zeigen, dass das Leben einen Sinn hat.

Mit einer rührenden Idee hat sie bereits vielen Menschen so das Leben gerettet: Paige schrieb kleine Schildchen und Posts mit Weisheiten und aufmunternden Worten und klebte sie an diese Brücke.
 

Da stand beispielsweise: «Auch wenn es gerade schwer erscheint – du bist ein strahlendes Licht in einer dunklen Welt!»
 

Was Paige Hunter dazu bewog, wie es ihr erging und was daraus entstand, lesen Sie hier:

Hat Depression ein Gesicht, kann ich sie von aussen erkennen?

Depressionen haben kein Gesicht; oft wird davon ausgegangen, dass man klar definierte Depressionen haben muss, um sich deprimiert zu fühlen. Dass man dunkle Augenringe oder ständige Tränen sieht.

Depressive Menschen jedoch können von aussen glücklich erscheinen, sie lächeln, sie lachen! Und all dies um den Schmerz zu verbergen; sie versuchen gar, ihrem Umfeld zu zeigen, dass es ihnen gut geht, auch wenn sie tatsächlich im tiefsten Innern leer oder traurig sind.

Deshalb mein Rat: Gerade in Momenten, wo dein Gegenüber scheinbar glücklich ist, gilt es nachzufragen, denn der Schein könnte trügen.

Ich habe es zum Beispiel stets vor allen Leuten verborgen. Ich, die wegen Nachtangst die ganze Nacht über weinte und keinen Schlaf hatte. Tagsüber sorgte ich dann dafür, dass mein Make-up, meine Haare gemacht waren, und setzte mein strahlendstes Lächeln auf.

Wie genau erlebtest du diese schwierige Zeit?

Ich habe eine ganze Reihe von Selbstmordversuchen unternommen. Ich wollte jedoch nie wirklich sterben.

Ich wollte nur, dass der Schmerz aufhört. Das ständige Wieder-und-wieder-Abspielen meiner vergangenen Traumata wollte ich aus meinem Kopf, aus meinem Innern verbannen.

Ich wollte mich davon befreien. Die Erlösung schien mir so nah. Ich glaubte, dass ich mich durch den Selbstmord innerhalb weniger Sekunden vom Schmerz hätte befreien können und Linderung erfahren hätte. Und der Tag so zum schönsten Tag geworden wäre.

Du hast dich tatsächlich dann umbringen wollen; wie ging es weiter?

Das alles war einfach zu viel für mich, also ging ich zur Brücke. Als ich mich am Brückenrand befand, erlebte ich den erfrischendsten Moment  meines Lebens. Und dieses positive Gefühl gewann Oberhand.

Das war es letztendlich, was mich davon abhielt. Das half mir, gegen die Dunkelheit zu kämpfen, und ich wusste klar: Ich möchte nicht aufgeben.

Wie kamen Sie zur Idee, anderen auf diese Weise zu helfen?

Zwei Leute kamen auf mich zu in diesem Moment und halfen mir. Sie sagten «Sie sind so viel mehr Wert als das, was Sie tun werden», und ich blieb stehen und dachte darüber nach. Und genau hier kam ich auf die Idee, Notizen auf die Brücke für andere zu kleben und zu hängen.

Denn wenn einfache zwölf Wörter mich davon abhalten, können sie auch jemandem in derselben schrecklichen Situation helfen. In dieser Nacht schrieb ich 240 Hoffnungsschreiben und band sie am nächsten Tag zusammen.

Wie viele Leute haben Sie so gerettet, wie haben sie davon erfahren?
 

Es ist bekannt, dass genau an dieser Brücke viele Selbstmordversuche vorgenommen werden.
 

Die Notizen an diesem Ort geben den Menschen Hoffnung, die sie am meisten brauchen. Manchmal müssen sie nur wissen, dass sie viel mehr wert sind, dass sie geliebt werden, dass es eine dauerhafte Lösung für ein temporäres Problem gibt und sie darauf vertrauen können, dass es besser wird.

Was empfehlen Sie anderen?

Ich denke, die Kraft kommt von niemand anderem als von dir selbst.

Das Umfeld kann ihnen das zwar von aussen immer wieder sagen, aber man muss sich selbst sagen: «Ich weiss, was ich will, damit es besser wird; ich möchte mir selbst helfen.» Das ist mächtig! Auch wenn zwei von drei Schritten rückwärts sind, so geht dann immer noch ein Schritt vorwärts!

Schlussendlich haben meine Hoffnungsschreiben 16 aussergewöhnliche Menschen gerettet, diese Leute haben es auf Facebook gepostet. Was für ein Gewinn!