Es war ein Unfall vor neun Jahren, der sein Leben veränderte. Bis dahin hatte Giovanni Giambaresi nie Mühe bekundet, nachts durchzuschlafen.

Doch plötzlich hielt ein stechender Schmerz in seiner linken Schulter den damals 56-Jährigen Nacht für Nacht wach. «Ich schlief eigentlich immer auf der linken Seite, aber das ging nach der Schulteroperation natürlich nicht mehr», erinnert er sich.

Als der Schmerz auch nach fast sechs Monaten nicht besser wurde, suchte er nochmals den Arzt auf. Eine zweite Operation und sieben Wochen Therapie waren nötig. «Das war eine schwierige Zeit.

Das Schlimmste aber war, dass es auch danach nicht ganz gut war», so Giambaresi. Wenn es draussen kalt ist, sei der Schmerz besonders stark, Bewegung sei schwierig geworden, etwas hochheben schlicht unmöglich, erzählt er.

Die Suche nach einer Lösung

Zu den Schmerzen kamen die Schlafprobleme hinzu, die ihn maximal drei bis vier Stunden pro Nacht durchschlafen liessen. Das hatte eine doppelte Ursache: Aufgrund der Schulterschmerzen musste der Seitenlieger nun häufiger auf dem Rücken schlafen.

Zusätzlich wurde bei ihm eine Schlafapnoe diagnostiziert, welche zusätzlich zu einem unruhigen Schlaf führte. «Meine Frau hatte den Arzt darauf aufmerksam gemacht, dass ich stark schnarche und in der Nacht regelmässig Atemaussetzer habe», erinnert er sich.

Und tatsächlich: Bei einem Untersuch in einer Schlafklinik stellte man fest, dass Giambaresi bis zu 37 Atemaussetzer pro Stunde hat. Das unterbrach nicht nur regelmässig seinen Tiefschlaf und sorgte für grosse Müdigkeit, sondern ist auch äusserst gefährlich.

Eine Sauerstoffmaske sollte Abhilfe schaffen. Vier Jahre lang trug er diese nachts. «Doch wirklich besser wurde die Schlafqualität trotzdem nicht», sagt er. Also wurde Giambaresi erfinderisch. Ein neues Bett sollte her.

Ein flexibler Lattenrost, eine Topmatratze. Das Resultat war jedoch nur mässig überzeugend. Später testete er ein pflanzliches Schlafmittel aus der Drogerie. «Für den Notfall», wie er sagt. Doch auch die Tabletten aus Baldrian und Hopfen halfen nur bedingt. Und stärkere, chemische Schlafmittel? «Das kam für mich nicht infrage. Ich wollte mich nicht mit Chemie betäuben», stellt Giambaresi klar.

Endlich mehr Schlaf

Vor einigen Monaten schlug sein Sohn ihm dann vor, es mit CBD-Öl zu versuchen. Das aus der Cannabispflanze gewonnene Cannabidiol (kurz CBD) kann in der richtigen Dosierung eine stark muskelentspannende Wirkung erzeugen und so müde machen. «Ich kannte CBD zuvor nicht, aber weil es rein pflanzlich ist, war ich sehr offen, das einmal auszuprobieren», so Giambaresi.

Nach einigen Anwendungen bestätigte sich, dass das Entspannungsmittel ihm tatsächlich zu einigen zusätzlichen Stunden mehr Schlaf verhilft. «Während ich früher maximal vier Stunden durchschlafen konnte, sind es mit den CBD-Tröpfchen nun bis zu sechs Stunden. Das macht für mich einen riesigen Unterschied in der Lebensqualität aus», fährt er weiter.

Als er seinen Kollegen bei der Arbeit erzählte, dass er dank CBD-Öl besser schlafe, stellte sich heraus, dass das Mittel verbreiteter ist, als er anfänglich glaubte. «Tatsächlich erzählten mir einige Kollegen, dass sie es selbst bei Unruhe oder Nervosität einsetzten», so Giambaresi.

Nur seine Frau zeigte sich anfangs eher kritisch. «Sie hörte Cannabis und dachte direkt an Drogen.» Doch auch das änderte sich bald. Denn als sie selbst plötzlich mit einer Kapselentzündung in der Schulter zu kämpfen hatte, befasste auch sie sich intensiver mit der Wirkungsweise von CBD. «Irgendwann versuchte sie es doch und es half auch ihr.»