Der Sanitätsdienst sei sein grosses Hobby, sagt Emanuel Sturny. «Ich bin Samariterlehrer und Kursleiter beim Samariterverein Kehrsatz.» Früher war Sturny auch Mitglied der Feuerwehr Belp.

Seit einem Zwischenfall im Oktober 2015 hat er diese Tätigkeit allerdings aufgegeben.
 

«Meine Krankheit, die hypertrophe Kardiomyopathie, eine krankhafte Verdickung der Herzmuskulatur der linken Herzkammer, könnte im Einsatz wieder einen Herzstillstand auslösen. Deshalb hat mir das Inselspital Bern von einer Tätigkeit in der Feuerwehr und als First Responder abgeraten.»
 

Doch dazu später.

Lebensrettende Geräte benutzen

Als Samariterlehrer und Kursleiter führt Sturny für Privatpersonen und Firmen Kurse in «Erster Hilfe» durch. Bei der Feuerwehr Belp unterrichtet er die ganze Mannschaft an Übungen in «Erster Hilfe» und berät sie bei der Anschaffung von Sanitätsmaterial.

Im Samariterverein Kehrsatz bildet er die Mitglieder an den Vereinsübungen weiter und ist für die Organisation von Sanitätsdiensten an verschiedensten Veranstaltungen verantwortlich. Sein grosses Anliegen ist es, die Bedeutung von Defibrillatoren aufzuzeigen und so der Bevölkerung die Unsicherheit und Angst zu nehmen, diese lebensrettenden Geräte in einem Ernstfall zu benutzen. «Der Samariterverein bietet dazu öffentliche Kurse an und ich selber führe Kurse auf Anfrage von Firmen durch.»

Defibrillatoren seien einfach zu bedienen und würden die Überlebenschancen der Betroffenen bei rascher Anwendung deutlich erhöhen, betont Sturny. «Die Geräte zeigen das genaue Vorgehen mit Symbolen und Sprachanweisungen.»

Auch Personen ohne fachspezifische Kenntnisse seien in der Lage, einen Defibrillator erfolgreich einzusetzen. Oft sei aber die Angst vorhanden, einen Fehler zu begehen. Sein Motto laute deshalb: «Nur nichts tun ist falsch.» Die Geräte seien selbsterklärend, so Sturny. Schritt für Schritt werde man angeleitet. Das Gerät lasse kaum Fehlmanipulationen zu.

Keine bleibenden Schäden

Sturny hat das am eigenen Leib erfahren. Mitten in einem Kurs, bei dem er die Teilnehmenden lehrte, wie man Leben rettet, drohte sein eigenes Leben zu enden.

Im Oktober 2015 führte er bei einer Firma einen Kurs durch, als er plötzlich ein Unwohlsein verspürte. «Ich konnte den Kursteilnehmern nur noch sagen, dass es mir nicht gut geht.» Er hatte eine Herzrhythmusstörung erlitten, welche zu einem Kammerflimmern führte.

Die Kursteilnehmer hätten ihn sofort in die Rückenlage gebracht, mit der Herzdruckmassage begonnen und die Sanitätspolizei Bern alarmiert. «Sobald der Defibrillator vor Ort war, haben die Kursteilnehmer das Gerät angeschlossen und die Anweisungen des Defibrillators befolgt.»

Beim Eintreffen der Sanitätspolizei sei er bereits wieder ansprechbar gewesen. «Alle anwesenden Personen haben mir sofort geholfen. Glücklicherweise war ein Arzt anwesend, der sich um mich gekümmert hat.» Dank dem sofortigen Handeln aller Personen habe er keine bleibenden Schäden davongetragen und erfreue sich heute bester Gesundheit.