In welchem Moment im Leben haben dir die schmerzenden Beschwerden der rheumatoiden Polyarthritis am meisten zu schaffen gemacht?

«Das war im Jahr 2013, als ich für die Miss Schweiz zur Wahl stand. Zeitgleich zu den Vorbereitungen für die Miss Schweiz stand ich mitten in den Abschlussprüfungen des Bachelors. In dieser Zeit hatte ich mit grossen Schmerzen zu kämpfen.

Ich dachte mir dazumal, dass es wohl nicht sein kann, dass mich ausgerechnet in dieser Phase plagende Schmerzen heimsuchen und mir möglicherweise einen Strich durch die Rechnung machen würden. Den Schmerzen zum Trotz habe ich die Miss-Schweiz-Wahl gewonnen und die Prüfungen bestanden.»

Wann traten die ersten Symptome auf?

Mit 17 Jahren befand ich mich mit meinen Eltern auf einem Ausflug. Ich verspürte Schmerzen im Knie und spürte eine Wasseransammlung. Das war sehr unangenehm und die Symptome verschwanden auch nicht mehr.

« Wichtig ist mir, Pausen im Alltag einzulegen und nicht den ganzen Tag im Eiltempo zu verbringen »

Vorderhand wurden jedoch die Symptome als Wachstumsbeschwerden interpretiert.

Die korrekte Diagnose der rheumatoiden Polyarthritis wurde erst viel später – nach verschiedenen Arztbesuchen – gemacht. Ich war damals 20 Jahre alt und diese Diagnose war für mich ein grosser Schock.

Wie wurdest du behandelt und wie ist der Behandlungserfolg?

Die einzige Form der Behandlung war lange Zeit Kortison mit lokalen Spritzen, weil ich nicht bereit für eine Basistherapie mit Medikamenten war. Parallel dazu hat sich die Komplementärmedizin bewährt.

Mit 23 Jahren hat die Kortisontherapie nicht mehr genützt und ich musste auf die Basistherapie umstellen. Das heisst, ich musste zu Beginn vier Tabletten pro Tag einnehmen.

Ich hatte Glück mit der Wahl des Medikaments, so dass ich die Dosis laufend minimieren konnte. Heute nehme ich seit einem halben Jahr keine Tabletten mehr ein und bin schmerzfrei, was natürlich eine grosse Befreiung ist.

Was machst du zum Ausgleich für Körper und Geist?

Zusammen mit einem Personal Trainer betreibe ich Kraft- und Ausdauertraining. Zum Ausgleich gehe ich oft mit meinem Hund spazieren oder segle mit meinem Vater. Wichtig ist mir, Pausen im Alltag einzulegen und nicht den ganzen Tag im Eiltempo zu verbringen.

Ich versuche auch, möglichst vielseitig zu essen. Ich verzichte daher auf Spezialdiäten. Ich bin der Meinung, dass die Aufnahme von möglichst vielen Nährstoffen am gesündesten ist.

Welches sind deine Ratschläge für Patienten mit ähnlichem Krankheitsbild?

Wenn chronische Gelenkschmerzen auftreten, rate ich jedem, rasch einen Rheumatologen aufzusuchen. Denn rheumatische Entzündungen an den Gelenken können zu Gelenkabnutzungen führen.

Ich rate zudem, neben medizinischer Behandlung auch komplementäre Medizin oder psychologische Unterstützung zu berücksichtigen. Mit Akupunktur und Kinesiologie habe ich sehr gute Erfolge erzielt. Die meisten unterschätzen nämlich den Zusammenhang von Körper und Psyche.