Michelle Ramseier kam mit einer schweren Missbildung im Hirn zu Welt. «Bei Michelle ist das Hirn zu klein, sie leidet an sogenannter Mikrozephalie», erzählt ihre Mutter.

Michelle ist cerebral gelähmt, geistig schwerbehindert und braucht für alles im Leben Hilfe. Dennoch reisen die Ramseiers seit 1996 jedes Jahr nach Florida zur Delfintherapie.

«Ich habe damals eine Dokumentation über diese Therapieform gesehen und sofort gewusst, dass dies unserer Tochter bei ihrer Entwicklung helfen könnte.» Rückblickend erzählt Frau Ramseier, dass sie die erste Reise ziemlich blauäugig angegangen sind.

«Wir sind zuvor noch nie mit Michelle geflogen. Dennoch hatte schon die erste Reise erstaunlich gut geklappt»

«Ich konnte kaum Englisch und wir sind zuvor noch nie mit Michelle geflogen. Dennoch hatte schon die erste Reise erstaunlich gut geklappt.»

Mit den Jahren sind die Ramseiers zu wahren Reiseprofis geworden. 

Sie haben gelernt, wie sie die Reise mit Rollstuhl und schwerbehindertem Kind möglichst entspannt gestalten können.

Eine gute Organisation ist alles!

Dabei ist eine gute Planung das A und O! «Wir organisieren unseren gesamten Aufenthalt von der Schweiz aus und reisen immer mit der gleichen Fluggesellschaft. Wir können uns zwar nicht nach den günstigsten Flugpreisen richten, doch ist es das wert.»

Bislang hat immer alles bestens funktioniert. «Wir können den Rollstuhl bis zum Flugzeug mitnehmen, von dort tragen wir Michelle zu ihrem Platz und nach der Landung steht der Rollstuhl schon wieder vor dem Flugzeug bereit. Wir dürfen immer als Erste ein- und als Letzte aussteigen und müssen bei den Kontrollen nicht anstehen.» 

Seit einiger Zeit besitzen die Ramseiers eine sogenannte Fremec-Card.  Dieser Ausweis wurde in Zusammenarbeit verschiedener Fluggesellschaften entwickelt. Darin wird detailliert festgehalten, welche Unterstützung der Passagier auf seiner Reise benötigt.

Dadurch werden Abfertigung und Check-in beschleunigt und eine gute Betreuung sichergestellt. «Wir konnten darin auch vermerken, welche Plätze für uns optimal sind.» 

Seit die Platzwahl gewährleistet ist, kommen die Ramseiers noch entspannter in Florida an. Und erst einmal in Amerika gelandet, sei der Rollstuhl sowieso kein Problem mehr, erzählt Frau Ramseier. Denn die USA sind bis heute eines der barrierefreiesten und behindertenfreundlichsten Länder der Welt.