Manuel Burkart und Jonny Fischer, Sie befinden sich derzeit als Cabaret Divertimento auf Schweizer Tournee. Und die ganze Tour ist ausverkauft. Das lässt einen sicher gut schlafen?

Manu: Ja, dieser Zustand ist zwar ein Privileg, jedoch kann die Drucksituation durchaus auch zu unruhigem Schlaf führen. Unsere Agenda ist bereits bis Mitte 2019 satt gefüllt.

Bis Anfang Juni 2018 touren Sie durch die Deutschschweiz und treten an über 20 Orten auf. Machen Sie die Auftritte noch nervös?

Jonny: Nein. Nervös nicht. Aber wir sind immer angespannt, wenn wir das Publikum hören. Dies führt bei uns beiden aber zu grosser Konzentration und das hilft gute Leistungen zu vollbringen. Vor Premieren jedoch sind wir sehr nervös, was sich oft in Form von angeworfener Müdigkeit zeigt. Ekelhaft.

Gegen Nervosität hilft genügend Schlaf. Auf Tournee übernachten Sie sicher oft fern von  zu Hause und der Familie in Hotels. Bekommen Sie genügend Schlaf?

Jonny: In meinem Fall ja. Ich kann aber schlecht einschlafen nach den Shows wegen des Adrenalins.

Manu: Ich bin ein Mensch mit grundsätzlich zu wenig Schlaf. Jedenfalls seit ich Vater bin. Das liegt aber nicht nur am Schlafrhythmus der Kinder, sondern auch daran, dass ich prinzipiell zu spät schlafen gehe. Auch wenn ich einen auftrittsfreien Abend habe. Ich mag die ersehnte Ruhe, wenn alle Kinder im Bett sind und ich noch Zeit habe, etwas für mich zu tun, Musik zu machen oder einfach nur auf dem Sofa «TV-Chillen». Youtube ist bei mir auch ein Schlafkiller.

Wie schläft sichs entspannter, zu Hause oder im Hotel?

Jonny: Zu Hause schlafe ich besser. Im Hotel aber oft länger, eigentlich komisch.

Manu: Ich schlafe zu Hause besser, obwohl ich extrem gerne in Hotels bin.

Was braucht es für einen entspannten Schlaf?

Jonny: Für mich muss es zwingend ganz dunkel und vor allem auch sehr ruhig sein. Im Notfall schlafe ich mit Schlafbrille.

Manu: Man muss im Kopf abschalten können. Das gelingt mir leider oft nur schwerlich. Ich habe immer Ideen und irgendwelche Projekte im Kopf oder studiere an Beziehungen und Menschen herum, die ich zu analysieren und einzuordnen versuche.

Wie halten Sie es mit dunklem Schlafzimmer, offenem Fenster, Handy neben dem Bett?

Jonny: Das Handy ist nicht neben dem Bett. Unser Zimmer wird durchlüftet, aber die Fenster sind geschlossen, wegen des Strassenlärms. Natürlich ist es stockdunkel.

Manu: Das Ehepaar Burkart hätte im Schlafzimmer die Infrastruktur eines komplett zu verdunkelnden Raumes, denkt aber öfter mal nicht daran, es vor dem Schlafen gehen so einzurichten. Fenster sind meistens gekippt, Handys liegen im Flugmodus neben uns.

Es gibt viele Arten von Betten: Das ganz normale Bett, Bettlandschaften, Futon-, Boxspring- oder Wasserbett. Was bevorzugen Sie?

Jonny: Ich kenne nicht alle Arten von Betten. Für mich ist das auch zweitrangig.

Manu: Vater Burkart ist jetzt 40-jährig und verspürt morgens eine gewisse Unbeweglichkeit. Drum schaffe ich mir demnächst ein «hochgelegtes» Boxspring-Bett an. Bettdecke ist mir egal, aber mein nackenfreundliches Kissen kommt fast überallhin mit.

Pflegen Sie spezielle Einschlaf-Rituale?

Manu: Egal zu welcher Zeit ich zu Bett gehe, ich gehe zu allen Kindern und zu meiner Frau und küsse sie auf die Stirn und danke dem lieben Gott für unser privilegiertes Leben, welches wir gerade führen dürfen.

Jonny: Ich überlege mir drei schöne Dinge des vergangenen Tages und, wenn nötig, kläre ich – mündlich oder schriftlich – noch allfällige Ungereimtheiten.

Wie viele Stunden Schlaf brauchen Sie, um fit zu sein?

Manu: Sieben Stunden reichen. Acht wären geil, schaffe ich aber viel zu selten. Mit neun Stunden «beherrsche ich die Welt», wenn ich mich so an früher erinnere.

Jonny: Sieben Stunden reichen. Acht sind gut. Weniger oder mehr sind für mich kontraproduktiv.

Was raubt Ihnen den Schlaf?

Jonny: Das sind vor allem Streit, Stress und Angst. Ich bin da eher harmoniebedürftig. Adrenalin und neue Projekte können mir aber genauso den Schlaf rauben.

Manu: Bei mir ist es ähnlich. Sorgen, psychisches Ungleichgewicht, Druck können einen schon belasten und ich schlafe dann schlechter. Aber auch eine meines Erachtens «verreckt gute» Idee lässt mich gelegentlich kaum einschlafen.

Indiskrete Frage zum Schluss: Was halten Sie von getrennten Schlafzimmern?

Jonny: Ja, das ist immer wieder ein Thema in unserer Partnerschaft. Bis jetzt haben wir es aber noch nicht in die Tat umgesetzt ...

Manu: Wir schlafen immer noch am liebsten nebeneinander. Nach meinen Shows schlafe ich aber fast immer in einem licht- und schalldichten Raum im hintersten Winkel unseres Dachgeschosses, quasi in einer Besenkammer mit Matratze.

Bilder zVg