Je viermal konnte er die Tour de Ski und die Gesamtwertung des Skilanglauf-Weltcups für sich entscheiden. Nicht umsonst trägt der 31-jährige den Spitznamen Super-Dario, in Anlehnung an Videospiel-Held Super Mario.

Dass der Körper nicht immer zu Höchstleistungen fähig ist, musste Dario Cologna in der Vergangenheit wiederholt erfahren. Er leidet an Leistungsasthma und wird vor allem nach Rennen, oftmals von heftigen Hustenanfällen geplagt. Aktuell ist er jedoch in Topform und startklar für die Olympischen Winterspiele in PyeongChang.

Herzlichen Glückwunsch zum Sieg Ihrer vierten olympischen Goldmedaille. Sie werden damit als erster Langläufer dreimal in Folge Olympiasieger in der gleichen Disziplin.

Wie fühlen Sie sich?

Die Emotionen sind überwältigend und ich bin einfach glücklich. Es steckt so viel harte Arbeit dahinter und es ist unglaublich schön, wenn am Schluss alles zusammenpasst. Das Rennen war zwar hart, hat aber fast schon Spass gemacht.


Ich bin sehr stolz, dass ich für die Schweiz eine Goldmedaille holen durfte.
 

Für Sie könnte dieser Winter nicht besser laufen. Im Januar gewannen Sie bereits die „Tour de Ski“...

Dieser Sieg ist mir natürlich sehr wichtig. Nach sechs Jahren auf der Alpe Cermis wieder als erster einzulaufen, war eine grosse Befriedigung. Besonders in Erinnerung bleiben wird mir der erste der beiden Siege in Lenzerheide.

Es war ein aussagekräftiges Rennen mit Einzelstart auf einer harten Strecke mit starker Beteiligung. Dass ich auf das Niveau von einst zurückkehren konnte, macht mich stolz. Es könnte aktuell nicht besser laufen.

Vor zwei Jahren sagten Sie im Zielraum der „Tour de Ski“ in Oberstdorf, dass Sie wegen Ihrem Asthma nie mehr die Tour de Ski gewinn können. Was ist zwischenzeitlich passiert, dass Sie wieder zu solchen Höchstleistungen fähig sind?

Ich war auch die letzten Jahre immer mal wieder ganz an der Spitze, konnte meine Leistungen aber nicht konstant abrufen. Ich hatte verschiedene gesundheitliche Probleme, nicht nur das Asthma. Diese Probleme habe ich nun wieder in den Griff bekommen, was sich dieses Jahr auf meine Leistungen auswirkte.

Sie leiden am sogenannten Leistungsasthma. Wie äussert sich dieses?

Das zeigt sich besonders darin, dass ich nach Wettkämpfen starken Reizhusten habe. Dieser geht über längere Zeit nicht mehr weg und kann meine Erholung empfindlich stören.


Besonders schwierig wird es für mich, wenn der Husten in der Nacht anhält und mir den Schlaf und damit die notwendige Erholungszeit raubt.
 

In welchen Situationen sind die Asthmaanfälle besonders schlimm?

Am schlimmsten sind die Anfälle bei  Sprintwettkämpfen in sehr kalten Temperaturen und bei trockener Luft.  

Ein Asthmaanfall kostet viel Energie. Wie tanken Sie nach einem Anfall neue Kraft?

Genau das ist das Problem. Um Asthmaanfälle zu vermeiden, verzichte ich auf intensive Belastungen bei grosser Kälte.  Ist der Anfall  da, gilt es, den Energieverlust so gering wie möglich zu halten.

Wie wird Ihr Asthma derzeit behandelt?

Mit einer Kombination aus einem Inhalationsspray, das die Lunge öffnet und einem zweiten Medikament, welches eine antientzündliche Wirkung hat.

  • Über Dario Cologna

GEBURTSTAG 11. März 1986

GRÖSSE / GEWICHT 179 cm / 74 kg

BERUF Matura, Sportler

SPRACHEN Rätoromanisch, Deutsch, Englisch, Italienisch

TRAINER Ivan Hudac

HOBBYS Fussball, Golf, gut essen

LIEBLINGSRENNEN Tour de Ski

LIEBLINGSESSEN Italienische Küche

LIEBLINGSGETRÄNK Wasser oder auch ein gutes Glas Rotwein

MUSIK / LITERATUR Verschiedenes / Jo Nesbo

FILM Hangover

STÄRKEN Vielseitig, ich gebe nie auf.

SCHWÄCHEN Ich will manchmal zu viel.

«Darios Wohnort Davos – gut für Allergiker»

«Für mich als Profi-Langläufer ist Davos Klosters ein riesiger Sportplatz, der sich bestens für mein vielseitiges Training eignet – sei es im Winter auf den perfekt präparierten Loipen oder im Sommer beim Intervalltraining auf dem Flüelapass», sagt Dario Cologna auf der offiziellen Website von Davos Klosters über seine Wahlheimat.

Gleichzeitig ist Davos aber auch ein optimaler Ort für Menschen mit Asthmaerkrankungen und Allergien. Der Kur- und Ferienort ist auf 1560 Meter Höhe gelegen und bietet ein ideales Klima. Vor allem wer auf Hausstaubmilben reagiert, ist hier richtig. Denn diese kommen ab 1500 Höhenmetern praktisch gar nicht mehr vor. Auch die Aero-Allergene wie Baum- oder Gräserpollen sind deutlich verringert, ebenso die Allergene von Schimmelpilzen. Gleichzeitig geht die absolute Trockenheit der Luft in der Höhenlage mit einem signifikant verringerten Infektionsrisiko einher.