Der variable Immundefekt, Common Variable Immunodeficiency (CVID), wurde bei Frau Huber* bereits im Alter von 17 Jahren diagnostiziert. Die Feststellung des gleichen Krankheitsbildes bei ihrer Mutter veranlasste sie zum Test. Heute bezeichnet sie diese frühe Diagnose – vor dem Ausbruch der typischen Symptome – als Glück. Ihre Beschwerdefreiheit hielt, obwohl der Antikörper-Spiegel (Immunglobulin-Konzentrationen) bereits anfangs stark vermindert war, noch über Jahre an. Erst mit 27 Jahren zeigten sich dann die wiederkehrenden Beschwerden wie ständige Erkältungen und starker Durchfall. Danach begann Frau Huber* erstmals mit einer Immunglobulin-Ersatztherapie (IgG-Substitution). Bald ging es ihr wieder besser. Dank dieser wirkungsvollen Therapieform und der Tatsache, dass die Erkrankung recht früh erkannt wurde, kann sie heute ein weitgehend unbeschwertes Leben führen.

«Wenn ich die Infusionsintervalle einhalte, geht es mir sehr gut.»

«Die IgG-Substitution ist das A und O», diese sollte stets, wie vom Arzt verordnet, angewendet werden», betont Frau Huber. Zudem nimmt sie seit Jahren ein lokal wirksames Kortikosteroid (Kortison), welches die Entzündung im Darm kontrolliert. Auch dieses Medikament beschreibt sie als sehr wirksam. Wer Frau Huber* begegnet, würde nie vermuten, dass sie an einer chronischen Immunerkrankung leidet. Erst vor wenigen Wochen gebar sie einen kräftigen Sohn. Zudem war sie bis kurz vor der problemlosen Geburt zu 100 Prozent als Biologin bei einem Schweizer Pharma-Unternehmen erfolgreich. Dennoch, nicht immer ist alles bestens. «Klar bringt der immer wieder auftretende Durchfall Einschränkungen mit sich», gibt sie zu. Auch im Umgang mit Menschen, die erkältet sind, ist sie sehr vorsichtig. «Ich würde auch nie in Länder reisen mit niedrigem Hygienestandard“, erklärt sie. Noch einen Nachteil sieht sie im Umgang mit privaten Krankenversicherungen. «Niemand würde einen Kunden mit derart hohen Therapiekosten aufnehmen.» Allein die Immunglobulin-Therapie beziffert Frau Huber* mit circa 40000 Franken pro Jahr.

Ich werde gut betreut und fühle mich wohl.

Als grosses Glück beschreibt sie das Immunologie-Zentrum Zürich, wo sie umfassend und sehr individuell vom erfahrenen Immunologen und Facharzt Dr. Hauser behandelt wird. Frau Huber* fügt aber hinzu: «Jedoch kann einem auch der beste Arzt nicht die Verantwortung für den eigenen Körper abnehmen.» Patienten mit gleichem Krankheitsverlauf rät sie, sich ganz genau an die Intervalle der IgG-Substitution zu halten, auch wenn die Infusionen sehr zeitaufwändig sind. Es gibt auch die Möglichkeit, sich das Immunglobulin subkutan selbst zu verabreichen. Dennoch entschied sich Frau Huber* für die Infusionen, die für sie nach eigenen Angaben bestens funktionieren.

*Name von der Redaktion geändert.