Der Luzerner Sänger Lerocque hat gemeinsam mit Thomas Mandolini einen Song geschrieben, um auf die 350'000 Kinder in der Schweiz, die an einer seltenen Krankheit leiden, aufmerksam zu machen. Darin besingt er das Leben der betroffenen Familien und gibt ihnen so eine kräftige Stimme.

Der Song soll auf das Schicksal der Familien aufmerksam machen und die Bevölkerung für das wichtige Thema sensibilisieren. «Das spannende Projekt ist über diverse Kontakte zustande gekommen, und ich hatte sofort das Gefühl, mich hier engagieren zu müssen», blickt Lerocque zurück.

Zuvor hatte er sich noch nie mit der Problematik von Kindern mit einer seltenen Krankheit beschäftigt. «Das Thema war für mich völlig neu. Inzwischen habe ich aber auch in meinem direkten Umfeld betroffene Kinder kennengelernt», sagt der Luzerner Sänger.

Cooler Song

Zu Beginn des Projekts, so Lerocque, habe er sich gemeinsam mit Thomas Mandolini überlegt, was er konkret machen wolle. Von Anfang an sei klar gewesen, dass es nichts Trauriges sein soll. «Die Kinder, die ich im Zusammenhang mit dem Song getroffen habe, waren voller Lebensfreude.» Das habe ihn beeindruckt.

«Die Kinder, die ich im Zusammenhang mit dem Song getroffen habe, waren voller Lebensfreude»

«Es ging mir folglich darum, die Kraft der Kinder auszudrücken, und nicht ihr Leid im Umgang mit der Krankheit.» Entstanden sei so ein cooler Song. «Darin enthalten ist aber mehr Tiefgründigkeit, als es auf den ersten Blick den Anschein macht.»

Welche Erfahrungen nimmt Lerocque aus diesem Projekt mit? Er habe sich zu Beginn spontan auf das Projekt eingelassen, sagt der Sänger. «In der Folge durfte ich betroffene Kinder kennenlernen.

Mein Blickwinkel hat sich im Gespräch mit Eltern von Kindern, die an einer seltenen Krankheit leiden, verändert. Und ich empfinde Respekt dafür, wie betroffene Familien mit ihrem Schicksal umgehen.» Der gesamte Erlös des Songs werde dem Projektpartner «Förderverein für Kinder mit seltenen Krankheiten» gespendet, sagt Lerocque.

Für die ganze Familie

In der Schweiz leiden schätzungsweise 350'000 Kinder und Jugendliche an einer seltenen Krankheit. Der Alltag der betroffenen Familien ist geprägt von Ungewissheit und unzähligen Herausforderungen, die es mit viel Mut und Lebenskraft zu meistern gilt.

Kinder, die an einer seltenen Krankheit leiden, sind meist ein Leben lang auf ein erstklassig funktionierendes Gesundheitssystem angewiesen. Häufige Arztbesuche, unzählige Therapien oder Operationen gehören für Betroffene zum Alltag. Im Extremfall haben sie nur eine kurze Lebenserwartung.

Der Leidensdruck der betroffenen Familien ist hoch. Über den Krankheitsverlauf ist in der Regel nur wenig bekannt, spezifische Therapien stehen oft nicht zur Verfügung. «Seltene Krankheiten betreffen vor allem Kinder. Hilfe braucht jedoch die ganze Familie», betont Lerocque.