Als Nicola 10 Jahre alt war, wurde die Diagnose Epilepsie gestellt. Die Form, die Nicola hat, ist so komplex, dass sie mit Medikamenten nur teilweise therapierbar ist. «Ich stehe kurz vor meiner zweiten, grösseren Hirnoperation.

Leider war die erste nicht erfolgreich, weshalb ich nun einen zweiten Versuch wage», sagt Nicola. Seine Hoffnung: anfallsfrei zu leben. Die Epilepsie schränkt denn nicht nur Nicolas Alltag ein, sondern hätte ihm auch fast seinen Traumberuf als Polymechaniker verbaut.

«Ich habe verschiedene Berufe angeschaut und Polymechaniker hat mir mit Abstand am besten gefallen. Der Beruf an sich ist sehr interessant, man hat viele Zukunftsperspektiven und Weiterbildungsmöglichkeiten», sagt er.

Eine Berufsausbildung als Polymechaniker beinhaltet unter anderem den Umgang mit verschiedenen Geräten, Apparaten, Maschinen und Anlagen. Ziemlich schnell war deshalb klar, dass eine Ausbildung ohne zusätzliche Unterstützung nicht möglich sein würde.

«Als Epileptiker an offenen Maschinen zu arbeiten, ist sicher nicht optimal und kann sogar lebensgefährlich werden.» Von seinem Traumberuf ablassen wollte er dennoch nicht.

Ausbildung in einer Lehrwerkstatt

«Ich war mir so sicher, dass ich diese Ausbildung absolvieren möchte, und habe deshalb nicht aufgegeben.» Und seine Hartnäckigkeit wurde am Ende belohnt.

Nicola fand einen Ausbildungsplatz als Polymechaniker EFZ (mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis) in einer Lehrwerkstatt mit einem unterstützenden Rahmen (im Auftrag der IV).

Für Nicola bietet diese Ausbildungsform viele Vorteile: «Da wir eine kleine Werkstatt mit wenigen Lernenden sind, können die Berufsbildner mich optimal begleiten und auf meine Bedürfnisse eingehen.»

Dazu gehört auch, dass das Verständnis da ist, wenn Nicola einen weniger guten Tag hat oder wenn er nach einem Anfall erschöpft ist und nicht oder nur halbtags zur Arbeit erscheinen kann. 

Herausforderung nach der Lehre

Noch zwei Jahre wird Nicola in der Lehrwerkstatt seine Ausbildung absolvieren und danach auf sich selbst gestellt sein. «Einen Job zu finden, in dem man Verständnis für meine Situation hat, sehe ich schon als Herausforderung.»

Nicola hat jedoch klare Vorstellungen, wie er sich seine berufliche Zukunft gestaltet: «Ich werde nicht mein Leben lang in der Werkstatt stehen, sondern mich weiterbilden und dann eine Arbeit im Büro anstreben.»

Und welche Wünsche hat er sonst noch für die Zukunft? «Ich wünsche mir, meine Ausbildung erfolgreich abzuschliessen. Zudem würde ich mich in ferner Zukunft gerne in Automatik, Steuerungstechnik und Robotik weiterbilden. Und mein persönlich grösster Wunsch? Da muss ich nicht lange überlegen: nach meiner Operation anfallsfrei zu leben!»