• Allergien, Neurodermitis
  • Nahrungsmittelintoleranz
  • Chemikaliensensibilität
Denise Scheidegger

Allergien, Neurodermitis

Bei Denise Scheidegger wurde bereits im Kindesalter Neurodemitis diagnostiziert. Die Ärzte behandelten zunächst mit Kortisontabletten. Doch stellte diese Therapie langfristig keine Lösung dar und so wurde die Behandlung homöopathisch fortgesetzt.

«Schon als Kind wollte ich mich oft im Garten sonnen, doch begann es mich sofort zu jucken und meine Augen schwollen an und tränten. Es war naheliegend, dass ich zudem an einer akuten Pollenallergie litt», erinnert sich Frau Scheidegger. Mit Eintritt der Pubertät verschlimmerte sich das Krankheitsbild, so dass die alternative Behandlungsmethode ihre Grenzen erreichte. Bei einer anschliessenden Untersuchung im Inselspital Bern wurden gleich mehrere Allergien festgestellt. «Zunächst musste ich Tabletten mit starken Nebenwirkungen einnehmen, die sehr müde machten», erklärt sie. Erst im achtzehnten Lebensjahr wurde ein verträgliches Medikament gefunden

Neurodermitis ist chronisch und somit unheilbar. Im Alltag sieht sich die junge Frau sehr eingeschränkt: «Es besteht immer wieder die Gefahr, dass ich etwas Unerlaubtes esse. Das macht vor allem Restaurantbesuche schwierig», bedauert sie. Auch das Freizeitverhalten wird stark beeinflusst. «Da sich die meisten Symptome auf der Haut zeigen, sehe ich ab und zu auch entstellt aus, was mich daran hindern kann, das Haus zu verlassen.»

Seit zwei Jahren macht sie eine Immuntherapie. Ziel ist, die Allergien aus dem Körper zu bringen. «Noch hat sich nicht viel gebessert. Vielleicht kommt der Erfolg nach drei Jahren», hofft sie. Ihr ist bewusst: Neurodermitis ist eine chronische Krankheit und somit unheilbar. Um das Erlebte besser zu verarbeiten, hat sie ihre Maturaarbeit über dieses Thema verfasst. «Es ist wichtig, die Krankheit als Teil des Lebens zu akzeptieren», betont sie.

Moritz Steinbacher
Neurodermitis sowie verschiedene Allergien

Nahrungsmittel-
intoleranz

Bei Moritz Steinbacher traten die ersten Anzeichen seiner Intoleranz im Verlauf der Pubertät auf. Nach dem Verzehr von Milch kam es zu einer Akne. Hinzu kommt oft ein aufgeblähtes Bauchgefühl welches zudem zu Durchfall und Erbrechen führen kann.

«Ich wusste nicht direkt, auf was ich allergisch oder intolerant reagiere», erklärt Steinbacher. «Ich hatte zunächst Peperoni im Verdacht.» Doch musste er nach einigen Selbstversuchen in der heimischen Küche feststellen, dass dies der falsche Ansatz war. Erst mit 18 Jahren wird bei einem Gesundheitscheck die Laktose- und Milchprotein-Intoleranz festgestellt. «Meinen Alltag musste ich nicht gross umstellen.»

Nur das Einkaufen musste ich neu lernen. «Dreht man eine Packung um und will mehr als das Ablaufdatum in Erfahrung bringen, tun sich völlig neue Welten auf», wunderte er sich anfangs. Der Restaurantbesuch wird auch für Steinbacher oft zur Herausforderung. «Ich muss immer konkret nachfragen.» Dabei verrät er einen Tipp: «Ein Vorbeugepräparat sollte man stets in der Tasche haben. Dies führt dem Körper die fehlenden Enzyme zu, was die Verdauung erleichtert.» Ein Geheimrezept im Umgang mit der Unverträglichkeit gibt es für ihn nicht.

«Jeder, der von solch einer Allergie betroffen ist, hat es nicht gleich wie ein Zweiter. Ich denke, wichtig ist, dass man es abklärt; dass man weiss, auf was man sein Augenmerk legen sollte und sich dann zurechtfinden kann im Alltag und beim Einkauf.

Jeder muss selbst wissen, welche Kompromisse er eingehen möchte. Wer am Morgen nicht auf seinen Rahm-Schüttelkaffee verzichten will, der muss halt einem Blähbauch in Kauf nehmen.»

Ursula Hofmann-Rechsteiner
Multiple Chemikaliensensibilität

Chemikalien-
sensibilität

Besonders schwer betroffen ist Ursula Hofman-Rechsteiner, die an einer sogenannten «Multiplen Chemikaliensensibilität» leitet.

Bereits Ende der 70er Jahre wurden bei ihr Ekzeme sichtbar, die erst im Jahre 1993 als Latexallergie erkannt wurden. Später kamen Aphten im Mundraum hinzu, die sich vor allem nach dem Konsum von Baunüssen, Rezenten Käse, Bündnerfleisch, Chips oder Äpfeln einstellten. Heute besteht ihr Speiseplan nur noch aus Joghurt und Quark nature, Griessbrei, Haferbrei, wenig Kartoffeln mit frischer Butter und das ganze ohne Zucker und ohne Salz, dafür mit Leitungswasser. Weder chinesische Kräuter noch Akupunktur konnten helfen.

Im Sommer 2006 konsultierte sie dann erstmals einen Spezialisten für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM). Doch brachte diese Therapie keine Linderung. Dann kamen noch Allergien hinzu, u.a. gegen Birken, Eibe, Pilze und Milben. Schliesslich wurde noch eine Histamin-Intoleranz festgestellt. Es folgen unzählige Besuche bei verschieden Fachärzten. «Leider werden Patienten mit derartigem Krankheitsbild und –Verlauf selbst von Ärzten oft nicht ausreichend ernst genommen», beklagt Frau Hoffmann-Rechsteiner.

Erst im Jahre 2010 wird ihr eine «Multiple Chemikaliensensibilität» attestiert. «Seit 2011 bin ich im Krankenstatus und kann nicht mehr arbeiten». Betroffenen mit «Multiple Chemikaliensensibilität» empfiehlt Frau Hoffmann-Rechsteiner den Besuch der Homepage www.mcs-sos.ch, wo Patienten wichtige Informationen, Adressen und Hilfe finden.