In der Schweiz leben zahlreiche Menschen mit einer Behinderung. Wie können sie trotz ihres Handicaps dank Unterstützung durch neue Technologien gleichberechtigt ihren Alltag bewältigen?
Es gibt Hilfsmittel, die den Zugang zum Computer erleichtern. Zum Beispiel dann, wenn jemand aufgrund einer Körperbehinderung die Maus oder Tastatur eines handelsüblichen Computers nicht bedienen kann. Umweltkontrollgeräte ermöglichen das öffnen von geschlossenen Türen, andere Hilfsmittel geben Menschen ohne verständliche Lautsprache eine Stimme. überall dort, wo man nicht auf Hilfe angewiesen ist, erhöht sich dadurch die Selbständigkeit. Unsere Aufgabe ist es, Technologien für alltägliche Verrichtungen zur Verfügung zu stellen, bei denen sich nicht behinderte Menschen nicht einmal die Frage stellen, ob das im Alltag ein Problem sein kann.
 

 

Von welchen Innovationen können Menschen mit einer Einschränkung profitieren?
Die wohl grösste Innovation ist im Zugangsbereich zu finden. Wie kann eine Person, welche nur die Augen bewegen kann, einen Elektro-Rollstuhl steuern? Wie findet jemand, der nicht lesen, schreiben und sprechen kann, den Zugang zu einem Grundwortschatz? Innovationen beim Zugang sind zum Beispiel auch spezielle Schalter oder PC-Mäuse, die mit Kopfbewegungen gesteuert werden können. Oder eine Fernbedienung, die so programmiert werden kann, dass man damit einen Lift oder einen speziellen Türöffner bedienen kann.
 

 

Welche Erfolge verzeichnen Sie im Bereich Forschung und Entwicklung?
Wir entwickeln immer dann etwas Neues, wenn es auf dem Markt noch nicht erhältlich ist. Angefangen hat es mit dem ersten frei programmierbaren Sprachcomputer weltweit. Grossen Erfolg hat wie erwähnt auch eine computergestützte Steuerung, die es ermöglicht, einen Elektro-Rollstuhl mit den Augen zu lenken. Eine neue Art Maus wiederum besteht aus einem kleinen Kästchen, das an einem Finger befestigt wird und die durch die feinen Bewegungen des Fingers gesteuert wird. Es ist nicht mehr nötig, die ganze Hand für Mausbewegungen einzusetzen.
 

 

Wie können behinderte Menschen den Umgang mit den neuen Technologien lernen?
Ganz praktisch, nämlich im täglichen Gebrauch. Dabei begleiten wir die Bezugspersonen in der Einführung eines Hilfsmittels. Ebenso bieten wir technischen Support an und führen die Benutzer in die Programmierung der Geräte ein. Zudem helfen wir, den Gebrauch eines Gerätes in den Alltag Betroffener zu integrieren. Die Technik hat in den letzten Jahren bei der Bedienerfreundlichkeit grosse Fortschritte gemacht. Komplexere Geräte benötigen selbstverständlich eine vertiefte Einführung oder werden teilweise von uns programmiert. Die Benutzung im Alltag kann aber individuell an den Anwender angepasst werden. Ist jemand in der Lage, vier verschiedene Felder zu drücken, wird er eine Bedienoberfläche mit vier Feldern erhalten.
 

 

In welchen Alterssegmenten können solche Technologien ein möglichst autonomes Leben gewährleisten?
Bereits kleine Kinder ab zwei Jahren können davon profitieren. So gibt es zum Beispiel angepasstes Spielzeug, das mit nur einem Taster bedient werden kann. Auch gegen oben sind keine Grenzen gesetzt. Für Menschen mit Alzheimer etwa existiert ein sprechendes Memo, das jeweils mitteilt, wenn es Zeit für ein bestimmtes Medikament ist.