Forschung

Die ­Schweizer Forschung im Bereich Diabetes ist stark. Das zeigt auch immer wieder die Präsenz Schweizer Experten bei internationalen Kongressen. So waren beispiels­weise auch am letzten Kongress der «European Association for the Study of Diabetes» in Lissabon, Schweizer vertreten, die ihre neusten Forschungsergebnisse präsentieren.

Noch ist Diabetes nicht heilbar. Doch in der Forschung hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. «Im Bereich Diabetes wird weltweit enorm viel geforscht», bestätigt Professor Marc Donath, Chefarzt Endokrinologie, Diabetologie und Metabolismus am Universitätsspital Basel. Es sei zwar wichtig, dass nicht falsche Hoffnungen geweckt werden, gleichzeitig müsse man den Menschen aber auch sagen, dass es durchaus Hoffnungen gibt. Geforscht wird an Medikamenten für beide Diabetestypen. «Man hat in den letzten Jahren beispielsweise entdeckt, dass bei beiden Diabeteserkrankungen die eigene Insulinproduktion eine grosse Rolle spielt», sagt Donath. Zuvor sei man davon ausgegangen, dass dies nur beim Typ 1 der Fall sei. Beim Typ 2 konnte zudem auch die Frage nach der Ursache immer besser geklärt werden. «Neben den Genen spielt Übergewicht und zu wenig Bewegung eine entscheidende Rolle», so Donath. Dies wurde bei neuen Studien noch deutlicher.

Ermutigende ­Resultate
Hoffnung für eine Heilung gibt es vor allem für den Diabetes Typ 2. «Es ist durchaus realistisch, dass man bei Diabetes des Typs 2 gewisse Mechanismen wieder rückgängig machen kann», sagt Donath. Doch auch beim Typ 1 wird fleissig geforscht. «Hier ist es jedoch ein bisschen schwieriger», sagt Donath. So forsche man beispielsweise daran, dass man im Anfangsstadium der Krankheit das Immunsystem noch blockieren könne, damit die Zellen nicht zerstört würden. Hier gebe es ermutigende Resultate. «Man kann heute schon den Verlauf der Krankheit verlangsamen», so Donath. Ausserdem sei man früher davon ausgegangen, dass kaputte Zellen sich nicht mehr erneuern können. «Heute weiss man aber, dass dies durchaus möglich ist», so Donath. In den nächsten zehn Jahren erwartet Donath bei der Forschung einen grossen Durchbruch. Zwei neue Medikamente seien schon in der Pipeline. Das eine soll dabei helfen, dass der Zucker schneller über die Niere ausgeschieden werden kann. «Das zweite Medikament soll Entzündungen und damit auch Folgekrankheiten von Diabetes bekämpfen», so Donath. Auch wenn noch vieles Zukunftsmusik sei, man habe gelernt, die Krankheit immer besser zu verstehen.