Das Schweizer Gesundheitswesen steht vor grossen Herausforderungen. Eine Ursache ist der demographische Wandel: Die Zahl älterer Menschen steigt, und die Zahl von Patienten mit chronischen Erkrankungen nimmt zu. Dank dem medizinischen Fortschritt können diese immer besser behandelt werden, was zu mehr Kosten führt. Für viele werden Krankenkassenprämien zu einer grossen finanziellen Belastung.

Die Strategie Gesundheit 2020 macht die Gesundheitspolitik des Bundes sichtbar

Vor diesem Hintergrund hat der Bundesrat im Januar 2013 die Strategie Gesundheit 2020 lanciert, welche die medizinische Versorgung in der Schweiz langfristig in hoher Qualität sichern soll. Der Bundesrat hat 12 Ziele definiert und 36 Massnahmen beschlossen. Um diese Ziele zu erreichen, setzt das Bundesamt für Gesundheit in seinem Auftrag 80 Projekte um. BAG-Direktor Pascal Strupler erklärt hierzu: «Ein zentrales Element von ‹Gesundheit 2020› ist die Strategie eHealth. Sie wird die Versorgungsqualität und die Patientensicherheit stark verbessern.»

eHealth ist ein wichtiger Baustein der Strategie Gesundheit 2020

eHealth nutzt die technischen Möglichkeiten, um die Behandlung von Patienten zu verbessern und sicherer zu machen. Die Akteure sollen über die ganze Behandlungskette hinweg elektronisch vernetzt werden. Das elektronische Patientendossier (EPD) ist das Kernelement und ein wichtiges Instrument bei der Realisierung der Ziele der Strategie «Gesundheit 2020». Gesetzlich geregelt ist die Umsetzung des EPD im Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier (EPDG), welches am 19. Juni 2015 verabschiedet wurde.

Der elektronische Informationsaustausch soll mehr Sicherheit und Qualität im Gesundheitswesen schaffen und einen Beitrag zur Kostendämpfung leisten. Unnötige oder gar schädliche Behandlungen sollen reduziert und damit Komplikationen und Folgebehandlungen vermieden werden. Dies kann erreicht werden, wenn der behandelnde Arzt oder eine andere Gesundheitsfachperson einen direkten und sicheren Zugriff auf die Patienteninformationen hat – also etwa Röntgenaufnahmen, Spitalaustrittsberichte, Labordaten, Medikationslisten oder Pflegeberichte. Dabei muss sichergestellt werden, dass die Patienten jederzeit selber entscheiden können, welche Informationen an wen freigegeben werden.

Der elektronische Medikamentenplan für die sichere Dosierung

Eine weitere Massnahme, welche das Erreichen dieser Ziele ermöglicht, ist die «Einführung und aktive Förderung der eMedikation». Der Bundesrat hat «eHealth Suisse»  mit der Projektleitung beauftragt. Dieses Koordinationsorgan des Bundes und der Kantone soll eine Plattform für die relevanten Akteure aufbauen.

Die Strategie Gesundheit 2020 soll in Zusammenarbeit mit allen wichtigen Akteuren des Gesundheitswesens umgesetzt werden. Um diesen Ansatz zu pflegen, werden diese Akteure von Gesundheitsminister Alain Berset und der kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz jedes Jahr zur nationalen Gesundheitskonferenz eingeladen. Sie soll den intensiven Austausch über zentrale Herausforderungen pflegen und Lösungsansätze fördern.

BAG-Direktor Pascal Strupler fasst zusammen: «Die Strategie Gesundheit 2020 macht die Gesundheitspolitik sichtbar. Aus dem Zusammenspiel der Massnahmen und Projekte entfaltet sie eine starke Wirkung.»