Braucht es in der Schweiz ein Kinderhospiz?

Neben der guten medizinischen Versorgung brauchen wir auch in der Schweiz spezielle Einrichtungen für Kinder und Jugendliche mit unheilbaren Krankheiten und kurzer Lebenserwartung. Das Kinderhospiz bietet den betroffenen Kindern palliative Pflege und der ganzen Familie Entlastung.

Wann darf in der Schweiz mit einem ersten Kinderhospiz gerechnet werden?

Die Stiftung Kinderhospiz Schweiz arbeitet seit mehr als fünf Jahren an der Realisierung des ersten Schweizer Kinderhospizes. Die Hürden sind gross, die Fortschritte sind erfreulich, und wir rechnen mit der Eröffnung in 2 bis 3 Jahren.

Gibt es viele betroffene Familien in der Schweiz, die von einem Kinderhospiz profitieren werden?

Es gibt über 3000 Familien in der Schweiz, die oft zurückgezogen ihr unheilbar krankes Kind betreuen und andere familiäre Verpflichtungen häufig vernachlässigen müssen.

Was machen betroffene Familien heute ohne Kinderhospiz?

Diese Familien müssen alle Bedürfnisse ihres kranken Kindes weitgehend selbst organisieren, das heisst Pflege zu Hause, Arzt- und Spitalbesuche, Spitex-Hilfe, Versicherungsunterstützung und anderes mehr. Oft benötigen diese Kinder eine 24-Stunden/7-Tage-Betreuung. Daneben möchten die Eltern für ihre anderen Kindern und ihren Partner da sein, was oft schlicht unmöglich ist.

Können betroffene Kinder nicht einfach ins Kinderspital gebracht werden? Oder in ein Pflegeheim?

Das Kinderspital hat in erster Linie den Auftrag, akut erkrankte Kinder abzuklären und zu heilen. Pflegeheime können chronisch kranke Kinder betreuen, nicht aber ganze Familien und meist nicht mit professioneller palliativer Ausrichtung.

Was sind die Hauptaufgaben eines Kinderhospizes?

Im Kinderhospiz wird alles getan, damit das Kind mit lebensverkürzender Krankheit ein möglichst gutes Leben ohne Schmerzen und Leiden hat. Das kranke Kind kann mit oder ohne Eltern bzw. Geschwistern mehrere Tage bis Wochen und wiederholt im Kinderhospiz sein.

Wie wird ein Kinderhospiz finanziert?

Die schweizerische Gesundheitsdirektoren-Konferenz hat eine Kommission eingesetzt, die faire Tarife für die palliative Betreuung von Erwachsenen und Kinder erarbeitet. Für die Betreuung der Familienmitglieder ist das Kinderhospiz ausschliesslich von Spendengeldern abhängig.

Wie steht es mit der Ausbildung spezialisierter Fachkräfte?

Aus- und Weiterbildung haben grosse Priorität für uns. Es gibt seit einiger Zeit Lehrgänge in der Schweiz und im nahen Ausland, die mit Zertifikaten für palliative Betreuung abgeschlossen werden. Dies gilt für Ärzte, Pflege- und andere Gesundheitsberufe sowie für ehrenamtliche Mitarbeiter.

Was macht Ihre Stiftung neben dem Aufbau des ersten Kinderhospizes sonst noch für die betroffenen Familien in der Schweiz?

Seit 2014 organisiert die Stiftung Ferien für betroffene Familien in Davos. Diese sehr positiven Erfahrungen sind Ergänzung und Vorbereitung unseres Kinderhospiz-Engagements.