Dem achtjährigen Jungen des Nachbarn läuft beim Spielen im Garten immer die Nase. Der Ehemann schläft nachts schlecht, weil er durch den lästigen Niesreiz wachgerüttelt wird.

Und die Tochter kommt immer mit juckenden roten Augen nach Hause, wenn sie bei der besten Freundin, die eine Katze als Haustier hält, den Nachmittag verbrachte. Bestimmt kennen auch Sie ähnliche Geschichten aus Ihrer Familie oder Ihrem Umfeld. Haben Sie nicht auch den Eindruck, dass kaum mehr jemand keine Allergie hat?

Und tatsächlich: In der Schweiz sind heutzutage über zwei Millionen Menschen von Allergien betroffen. Während der letzten Jahrzehnte haben allergische Erkrankungen in unserem Land rasant zugenommen. Jede vierte Person leidet unter allergischen Beschwerden.

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass schon früher Menschen von Allergien betroffen waren: So soll etwa der ägyptische Pharao Menes (2640 vor Christus) Wespengiftallergiker gewesen sein.

« Um aber Allergien nachhaltig in den Griff zu bekommen, sind alle gefordert: sowohl Gesellschaft, Politik und Industrie als auch das Gesundheits- wesen»

Und Überlieferungen aus Persien aus der Zeit vor rund 1000 Jahren berichten, dass viele Menschen stets im Frühjahr Schnupfen bekamen. Für diese veränderte Reaktionsfähigkeit des Körpers auf bestimmte Stoffe führte schliesslich Clemens von Pirquet 1906 den aus dem Griechischen abgeleiteten Begriff «Allergie» ein.

Doch warum leiden heute so viele Menschen an Allergien? Warum werden es immer mehr? Die Pollenallergien zum Beispiel haben während der letzten 100 Jahre von 1 auf rund 20 Prozent zugenommen.

Es gibt einige Ansätze, die diese Entwicklung erklären. Letztendlich haben alle mit unserem modernen Lebensstil zu tun: Wir halten Hygiene so hoch, dass das Immunsystem seltener mit echten Erregern konfrontiert ist und sich darum gegen harmlose Stoffe wehrt. Unser vielseitiger und exotischer Speisezettel bringt uns mit mehr möglichen Allergieauslösern in Kontakt.

Wir verbringen die meiste Zeit in Innenräumen, die leider häufig schlecht gelüftet sind. Wir sind dauernd Schadstoffen in der Luft ausgesetzt, die aus Emissionen von Verbrennungsprozessen stammen.

Die laufende Nase nach dem Spielen im Garten, der Niesreiz in der Nacht oder die roten Augen nach dem Streicheln der Katze – alle sind dies lästige Beschwerden einer Atemwegsallergie. Doch die Reaktionen bei Allergien können viel schwerwiegender sein, es kann sogar ein anaphylaktischer,  lebensbedrohlicher Schock drohen.

Mit einschneidenden Folgen: Allergien führen oftmals zu grossen Einschränkungen im gesellschaftlichen und beruflichen Umfeld, die Lebensqualität von Menschen mit Allergien ist manchmal erheblich eingeschränkt. Auch ökonomisch betrachtet sind die Auswirkungen massiv, denn allergische Erkrankungen lösen in der Schweiz Kosten von gegen einer Milliarde Franken pro Jahr aus.

Dazu kommen Kosten in nur schwer bezifferbarer Höhe infolge von krankheitsbedingten Arbeitsausfällen und Unfällen. Dadurch dass sehr häufig Kinder und Jugendliche von Allergien betroffen sind und zudem erst harmlose allergische Beschwerden schliesslich chronisch werden können, wird die Problematik noch dramatischer.

Es gibt heute zahlreiche Therapien und vielversprechende Erkenntnisse aus der Forschung. Heilung ist aber nicht immer möglich. Um dieser beunruhigenden Entwicklung entgegenzuwirken, müssen wir auf Prävention setzen.

Und diese gründet auf breiter, fundierter Information. Genau hier sehen wir unsere Aufgabe: Die Stiftung aha! Allergiezentrum Schweiz ist die Keyplayerin in der Schweiz im Bereich Allergien, Asthma, atopische Dermatitis und Intoleranzen.

Mit direktem Draht zu den Betroffenen und als wichtige Schulungspartnerin für Fachpersonen setzen wir uns für das Wohl von Allergiebetroffenen ein.

Um aber Allergien nachhaltig in den Griff zu bekommen, sind alle gefordert: sowohl Gesellschaft, Politik und Industrie als auch das Gesundheitswesen. Allergien sind Zivilisationskrankheiten, die gemeinsam und mit vollem Engagement angepackt werden müssen.

Auf eine gute Gesundheit!