Wie hat sich Ihre Erkrankung am Schluss bemerkbar gemacht?

Mich quälten zunehmend Schmerzen im Oberbauch, und Gliederschmerzen liessen mich nachts nicht mehr schlafen. Ich litt häufig unter Übelkeit, hielt zum Schluss eine strenge Diät ein, war ständig müde und erschöpft und musste schliesslich mein Arbeitspensum reduzieren.

Ich habe mindestens 34 Jahre an dieser Krankheit gelitten. Die letzten 2 bis 3 Jahre davon begann ich dann, mit meinem Leben abzuschliessen.

Wie haben Sie davon erfahren beziehungsweise wann wurde die Diagnose gestellt?

1991 erhielt ich die Diagnose, eher zufällig, aufgrund der erhöhten Leberwerte. Damals litt ich noch unter keinen Symptomen.

Was war die Ursache Ihrer Erkrankung?

Diese Krankheit hatte ich mir 1981 in Guatemala geholt. Nach einem Unfall wurde ich unter sehr unhygienischen Bedingungen notbehandelt. Dort machte ich dann auch eine akute Hepatitis durch.

Welche Therapie haben Sie absolviert?

Ich nahm 2015 drei Monate lang täglich eine Tablette zu mir.

Wie geht es Ihnen heute?

Bereits am zweiten Tag der medikamentösen Therapie waren sämtliche Krankheitssymptome verschwunden, und das ist nun zwei Jahre her. Ich bin seit da virenfrei, das heisst, die Hepatitis C ist weg. Die Leber ist aber geschädigt und wird es vermutlich auch bleiben.

Sprechen Sie oft über Ihre frühere Krankheit?

Ja, auf jeden Fall. Ich habe als Präsident der Schweizerischen Hepatitis C Vereinigung unter anderem dazu beigetragen, dass heute ein Teil aller Hepatitis-C-Positiven zu einer Therapie kommt. Mir ist es wichtig, dass die Krankheit nicht länger tabuisiert wird.

Die Öffentlichkeit soll darüber aufgeklärt werden. Mir geht es auch darum, aufzuzeigen, dass es gegen Hepatitis C wirkungsvolle Therapien und Medikamente gibt. Eine chronische Hepatitis-C-Infektion ist heute grundsätzlich heilbar.

Es gibt zahlreiche neue antivirale Wirkstoffe, die gezielt und wirksam eingesetzt werden können und die zudem wenige oder keine Nebenwirkungen verursachen.