Zwar variieren die Beschwerden, jedoch können Lähmungen, Nervenschmerzen sowie die Entzündung von Rückenmark und Gehirn die unangenehmen Folgen sein.

Wie hat sich Ihre Erkrankung  bemerkbar gemacht?

Erstmals erkrankte ich im Sommer 1987 an Borreliose. Da mir keine Wanderröte auffiel, kam ich nicht auf die Idee eines Zeckenbisses.

Es fühlte sich eher wie eine Grippe an. Zudem litt ich am ganzen Körper unter starken Sehnen- und Muskelschmerzen und erhöhtem Puls. Zum zweiten Mal erwischte es mich dann im Sommer 2003, als sich eine Zecke zehn Tage lang unter einem Leberfleck versteckte.

Nachdem ich sie mit einer Pinzette entfernte, begannen kurz darauf Lähmungserscheinungen sowie unbeschreibliche Brenn- und Klopfschmerzen an meinen Füssen.

Wann wurde die Diagnose erstellt?

Es dauerte rund drei Jahre, bis ein Arzt meine Symptome mit Borreliose in Verbindung brachte.

Welche Therapie haben Sie absolviert?

Obwohl ich mich bereits im dritten Krankheitsstadium befand, entschieden sich die Ärzte für eine hochdosierte Antibiotika-Kur, in Form von Infusionen.

Darüber hinaus erhielt ich zudem diverse Alternativ- und Physiotherapien, jedoch hielten die Schmerzen so extrem an, sodass die Implantation einer Schmerzpumpe notwendig war.

Wie geht es Ihnen heute?

Leider verliefen die ganzen Massnahmen mit wenig Erfolg, da viele der Schmerzen chronisch wurden und anhielten. Bis heute bin ich daher auf ein grosses Pensum an Schmerzmitteln angewiesen, um die Qualen zu ertragen.

Zwar gingen die Lähmungen zurück, aber ich leide immer noch unter beidseitigen Nervenschmerzen in Beinen und Füssen.

Sprechen Sie öffentlich über Ihre ehemalige Krankheit?

Dies tue ich beim Telefondienst der Selbsthilfe Schweiz für Betroffene des Kantons Aargau. Wie mir die dortige Arbeit leider immer wieder vor Augen führt, verfügen viele Ärzte nur über einen mangelhaften Wissensstand der Borreliose.

Dabei sind insbesondere bei dieser Krankheit eine schnelle, gute und richtige medizinische Diagnose und Behandlung wichtig.

Wie sind Sie diese Krankheit psychologisch angegangen?

Damals fand ich in der ersten Selbsthilfegruppe in Zürich grosse Unterstützung. Diese und weitere sind heute in die Liga für Zeckenkranke Schweiz (LiZ) eingebunden. Die LiZ fördert Telefonkontakte und Selbsthilfegruppen mit dem Ziel, Informationen über Zeckenkrankheiten auszutauschen und zu verbreiten.

Sie engagiert sich zudem für die Prävention und versucht, die Kontakte zwischen Kranken und medizinischen, sozialen und gesundheitspolitischen Institutionen zu erleichtern. Der Austausch mit anderen Betroffenen hat mir und meinem Mann viel an Wissen und Verständnis gebracht.

Ebenfalls ist hier ein Dank an meine Familie und kirchliche Gemeinde angebracht.