Eine neue Turnhalle, ein Ferienaufenthalt oder eine Sanierung des Spielplatzes – trotz Unterstützung durch die öffentliche Hand sind die meisten Institutionen für Menschen mit Behinderung auf Spenden von Privatpersonen und Stiftungen angewiesen, um die Lebensqualität der Betreuten zu verbessern. So können viele Projekte nur dank Spenden beziehungsweise Sponsoren überhaupt realisiert werden. Die Schweiz ist zwar eines der spendenfreudigsten Länder der Welt. Trotzdem fliesst das Geld nicht automatisch. Spendensammeln oder Fundraising, wie man das auch nennt, ist also eine aufwändige Sache.

Auf Zertifikat achten
Wichtiges Mittel zum Zweck ist die Zewo-Zertifizierung. Viele im Behindertenbereich tätige Institutionen sind Zewo-zertifiziert und zeichnen sich damit als vertrauenswürdig aus. Das Gütesiegel erhält nur, wer die Überprüfung durch die schweizerische Zertifizierungsstelle für gemeinnützige, Spenden sammelnde Organisationen besteht und regelmässig auf den gewissenhaften Umgang mit den anvertrauten Mitteln kontrolliert wird. Die Zewo analysiert die Kosten und macht sich ein Bild darüber, ob der administrative Aufwand den Verhältnissen angemessen ist. Zudem legt sie Wert auf eine faire Mittelbeschaffung und eine aufrichtige Kommunikation. Wer also ein Behindertenwerk mit Zewo-Zertifikat unterstützt, kann sicher sein, dass sein Geld zum richtigen Ort gelangt.

Wichtige Solidaritätsarbeit
Aber nicht nur Geld, auch Zeit ist gefragt. Fahrdienste oder Begleitung auf Spaziergängen – das Engagement von Freiwilligen ist auch im Bereich der Betreuung von Menschen mit Behinderung unverzichtbar. So leistet gemäss der Studie «Freiwilligenarbeit in der Schweiz 2010» des Bundesamtes für Statistik BFS ein Drittel der Bevölkerung der Schweiz ab 15 Jahren Freiwilligenarbeit, und zwar durchschnittlich einen halben Arbeitstag pro Woche. Die weitaus meisten Freiwilligen geben als Motiv für ihre unbezahlte Arbeit Spass an dieser Tätigkeit an.

Nicht unterschätzen
Allerdings darf man einen Freiwilligeneinsatz gerade im Zusammenhang mit behinderten Menschen mit einer Behinderung nicht unterschätzen. Gefragt ist Erfahrung im Umgang mit behinderten Menschen, Belastbarkeit, Zuverlässigkeit, Flexibilität und ein langfristiges Engagement. Wer einen Freiwilligeneinsatz leisten will, wendet sich am besten direkt an eine entsprechende Institution. Man kann sich aber auch professionell vermitteln lassen, und zwar über Benevol Schweiz, die Dachorganisation der Fach- und Vermittlungsstellen für Freiwilligenarbeit in der Deutschschweiz.