Curaviva, der Verband Heime und Institutionen Schweiz, setzt sich dafür ein, die notwendige Unterstützung nicht bloss an physischen Defiziten und Funktionsausfällen auszurichten, sondern umfassende und messbare Kriterien der Lebensqualität zu definieren. Bund, Kantone und Gemeinden für Heime und Institutionen beabsichtigen vermehrt die Subjektfinanzierung einzuführen und nicht mehr wie bis anhin diese pauschal zu subventionieren. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen objektive und nachvollziehbare Kriterien der anzustrebenden Leistungsqualität geschaffen werden, um eine gerechte Verteilung und Verwendung der verfügbaren Mittel zu gewährleisten. «Die Vergangenheit sowie die aktuelle Entwicklung minimalstaatlicher Konzepte zeigt, dass Modelle zum Scheitern verurteilt sind, in welchen ausschliesslich Versicherungen Leistungen finanzieren und wohltätige Institutionen jene unterstützen, die durch die Maschen fallen», erklärt Stefan Sutter,  Leiter des Fachbereichs Erwachsene Behinderte bei Curaviva. Verelendungstendenzen in westlichen Grossstädten seien unter anderem auf die weitgehende Liberalisierung und Privatisierung des Sozial- und Gesundheitswesens zurückzuführen. In erster Linie würden radikal liberalisierte Systeme der Subjektfinanzierung deshalb versagen, weil ein grosser Teil der Leistungsbezüger nicht im Stand sei, eine freie Wahl aus eigener Kraft zu treffen, um ein selbst bestimmtes Leben zu führen. Es gehe um mehrfach und schwerst behinderte Menschen, um die sich, ausser Organisationen der öffentlichen Hand, niemand ausreichend und flächendeckend kümmern könne. «Selbst eine leistungsfähige private Lobby nützt nicht viel, wenn Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, keine Stimme haben, um ihre Bedürfnisse anzumelden. Der Staat trägt, über die reine Auszahlung von Geld hinaus, vor allem auch eine menschliche Verantwortung für die Schwächsten der Gesellschaft», so Sutter.