Alles begann am 26. August 1968, als Jeannette und Martin Plattner im Kinder- und Jugendprogramm von Radio Basel erstmals eine Aktion «Denk an mich» präsentierten: Sie sammelten Geld, um behinderten Kindern Ferien zu ermöglichen und deren Familien zu entlasten.

Die Idee zündete sofort. Jede Woche konnten die Plattners von neuen, originellen Sammelaktionen zugunsten von «Denk an mich» berichten. Ein halbes Jahr später wurde bereits eine Stiftung gegründet. Der Rest ist Geschichte. Bis heute ist es Privaten und Firmen ein Anliegen, spontane und geplante, grosse und kleine Summen zu spenden.

Erweiterte Aufgaben

Seit mehr als 40 Jahren ist «Denk an mich» ein Fixpunkt im Bereich der Ferienangebote für Menschen mit Behinderung. Am 1. Juli 2006 übernahm Catharina de Carvalho die Geschäftsführung, damit sich die Gründer in den Ruhestand zurückziehen konnten. Jeannette und Martin Plattner wirken seither als noch als Botschafter für die Stiftung.

Behutsam führte die neue Geschäftsführerin zusammen mit dem Stiftungsrat die Stiftung in die Neuzeit. Nicht nur gibt es seit April 2008 eine barrierefreie Website, auch das Kernanliegen wurde erweitert. Nunmehr vermittelt die Stiftung «Denk an mich» nicht mehr nur Ferien, sondern auch Frei­zeitaktivitäten für Behinderte. «Wir haben beschlossen, uns, zusätzlich zu den Kindern, für alle Behinderten einzusetzen», sagt Catharina de Carvalho.

Die Kinder, die im Gründungsjahr von gesponserten Ferien in geeigneten Häusern profitierten, sind heute erwachsen und freuen sich, wenn sie sich einen Tag lang mit Kultur oder Natur beschäftigen dürfen. Dabei legt «Denk an mich» Wert darauf, dass sie dies gemeinsam mit gesunden Menschen tun können. Carvalho: «Am Anfang ist es vielleicht noch gewöhnungsbedürftig. Aber das ist unsere Idee der Integration.»

Die Stiftung setzt sich auch dafür ein, dass in Schalterhallen, Ausflugsbahnen und auch in nicht öffentlichen Bauten beispielsweise die Toiletten behindertengerecht und gut zugänglich umgerüstet werden. Carvalho: «Eines unserer Kernanliegen ist die Nachhaltigkeit. Unsere Vorhaben sollen Bestand haben.»

Im Rollstuhl zum Spielen


Das neueste nachhaltige Projekt, das «Denk an mich» in den nächsten Jahren beschäftigen wird, sind «Spielplätze für alle», die Kindern Freude bereiten. Viele Gemeinden und Baugenossenschaften wollen ihre alten Spielplätze sanieren oder neue bauen und bei dieser­ Gelegen­heit dafür sorgen, dass sie auch für behinderte Kinder und ihre Begleitung wirklich zugänglich werden.

«Auch die Spielpädagogik hat sich weiterentwickelt», weiss Catharina de Carvalho. «In modernen Spielplätzen wird auch der Spielwert der Natur berücksichtigt.» Fachleute begleiten das Projekt in einer Arbeitsgruppe. Eigentlich braucht es gar nicht so viel, um einen Spielplatz «für alle» nutzbar zu machen. Am wichtigsten ist die Erreichbarkeit, nicht nur für die behinderten Kinder, sondern auch für behinderte Angehörige, die gesunde Kinder zum Spielen begleiten. «Auch unsere Stiftungsrätin Edith Hunkeler soll mit ihrem Rollstuhl ihre Tochter ohne Hindernisparcours begleiten können», so Carvalho.

Wird die Umrandung des Sandplatzes auf Sitzhöhe gebracht, kann sich auch ein Rollstuhl-Kind hinüber transferieren und mit den anderen Kindern Sandkuchen backen. Die Integration der Kinder laufe hervorragend, sagt die Geschäftsführerin: «Kinder sind offen. Mehr Mühe mit der Integration behinderter Spielkameraden haben eher die erwachsenen ­Begleiter.»

m Mai dieses Jahres wurde in Unterwasser der erste integrative Spielplatz durch alt Bundesrat Samuel Schmid eingeweiht. Eröffnet konnte seither ein Spielplatz in Bischofszell, zwei in Wil, und bald werden einer in Goldach und Lenk folgen. «Bis 2013 wollen wir in allen sieben Grossregionen der Schweiz die Integration im Sandkasten fördern und auch für Behinderte Menschen zugängliche Spielplätze unterstützen», verspricht Catharina de Carvalho.