Welche Reisemöglichkeiten gibt es für Behinderte?

Bei der Wahl der Reise spielt natürlich die Art der Behinderung eine zentrale Rolle.
Es gibt sehr vielfältige Angebote für Menschen mit Behinderungen. Diese reichen von Tagesausflügen, Städtereisen, Badeferien, Kreuzfahrten bis hin zu Aktivferien wie Tauchferien für sehbehinderte und blinde Menschen in der Karibik.

Welche Problematiken stellen sich beim Reisen für Behinderte?

Das kommt auch wieder auf die Behinderungsart an. Es beginnt bereits bei der Suche nach Informationen über das Angebot der Destination, damit auch das richtige Angebot gefunden werden kann. Die Informationen zur Barrierefreiheit müssen vorhanden sein und auch den Tatsachen vor Ort entsprechen. Wenn auf der Webseite des Hotels oder einer Touris-musorganisation die Badezimmertüre mit einer Breite von 80 cm angegeben ist, dann muss diese Information auch stimmen. Bei einer Abweichung dieser Angaben kann es zu unlieb-samen Einschränkungen oder gar zum Abbruch der Reise kommen. Viele touristische Angebote sind noch nicht auf die Bedürfnisse von Reisenden mit Behinderung angepasst. Auch fehlt es oftmals am Verständnis oder Kenntnisse der touristischen Anbieter und Mitarbeitenden, welche diese Bedürfnisse nicht kennen oder unsicher im Umgang mit Gästen mit Behinderungen sind.  Alle Teile der Servicekette müssen zugänglich sein. Es reicht nicht, wenn nur das Hotel barrierefrei ist. Es muss auch ein für den Behinderten ein passendes und attraktives Rahmenprogramm zur Verfügung stehen, wie Sportmöglichkeiten, Ausflüge, Restaurants.

Wie sind die Zukunftsperspektiven für Reisen mit einer Behinderung?

Reisende mit einer Behinderung werden durch diverse Gesetzgebungen und vor allem auch aufgrund der Tatsache, dass das Segment der älteren Menschen immer grösser wird, besser wahrgenommen als noch vor zehn Jahren. Je älter die Menschen werden, umso mehr haben sie auch altersbedingte Einschränkungen und schätzen ebenfalls die Barrierefreiheit der touristischen Angebote.

Mit welcher Behinderung stellt das Reisen den grössten Aufwand dar und weshalb?

Menschen mit einer körperlichen Behinderung wie RollstuhlfahrerInnen stellen die grössten Anforderungen an die Anpassung der Infrastruktur. Dies beginnt auch schon bei der Wahl des Transportmittels und den Dienstleistungen, welche damit verbunden sind, wie eine Reise mit dem Flugzeug. In den meisten westlichen Flughäfen werden die Services im Special Assistance Bereiche ständig ausgebaut. Auch hier spielt wieder das grössere Dienstleistungsangebot, ausgelöst durch ältere Reisende eine grosse Rolle.

Sind unsere öffentlichen Verkehrsmittel wie Tram und Bahn genug gut ausgerüstet für Menschen mit Behinderungen?

Im Behindertengleichstellungsgesetz, das seit dem Jahre 2004 in Kraft ist, wird vom Öffentlichen Verkehr in der Schweiz verlangt, dass bis ins Jahr 2024 alle Anpassungen betreffend der Barrierefreiheit ausgeführt sind. In den letzten Jahren wurde von Seiten der Transportbetriebe neues Rollmaterial gekauft und Bahnhöfe und Haltestellen angepasst. Dies vor allem in städtischen Gebieten und deren Agglomerationen. Trotzdem gibt es noch viel zu tun, vor allem in den ländlichen Gebieten, damit eine durchgehend barrierefreie Transportkette zur Verfügung steht und das vorgegebene Ziel erreicht werden kann.