Berufstätige Eltern können nebst der Hilfe von Grosseltern und Babysittern auf das Angebot von Kitas zurückgreifen, wenn es um die Betreuung ihrer Sprösslinge geht.

Für Eltern von Kindern mit einer schweren Behinderung bleibt in der Schweiz die Möglichkeit, ihr Kind für ein paar Stunden abzugeben – sei es aufgrund des Berufs oder zur persönlichen Entlastung – jedoch in der Regel verwehrt.

Beispiele guter Zusammenarbeit zwischen behindertengerechten Kitas und Gemeinden geben Hoffnung

Die Eltern haben zwar für ihr Kind auch vor der Einschulung Anspruch auf sonderpädagogische Massnahmen beziehungsweise auf eine Fachperson der Heilpädagogischen Früherziehung, die mit ihren behinderten oder in ihrer Entwicklung auffälligen Kleinkindern in ihrer gewohnten Umgebung arbeitet.

Doch weder das unentgeltliche sonderpädagogische Grundangebot noch die von der IV abgedeckten Leistungen wie Spitex- und Therapiebesuche zu Hause lassen sich mit dem zeitlichen Betreuungsumfang einer Kita gleichsetzen.

Beschränkte finanzielle Mittel

In der Schweiz gibt es durchaus Kitas, die sich darum bemühen, Kinder mit Behinderungen im Sinne einer gelebten Integration in ihre Gruppen aufzunehmen. Für Kinder mit gewissen Behinderungen klappt dies auch sehr gut.

Das Kita-Angebot für schwerbehinderte Kinder ist jedoch beinahe inexistent. Denn für eine normale Kita wäre es finanziell nicht tragbar, Fachpersonen wie Pflegepersonal, Physiotherapeuten, Heilpädagogen etc. für die Betreuung dieser Kinder anzustellen.

Die wenigen Schweizer Kitas, die sich auf Kinder mit einer geistigen Behinderung, mit Mehrfachbehinderung oder mit Verhaltensauffälligkeiten eingestellt haben, können ihr anspruchsvolles, für Eltern bezahlbares Betreuungsangebot nur dank Spenden und der finanziellen Unterstützung von Gemeinden aufrechterhalten.

Beispiele guter Zusammenarbeit zwischen behindertengerechten Kitas und Gemeinden geben Hoffnung. Denn sie zeigen, dass die Bemühungen in diesem Bereich vorhanden und auf gutem Weg sind.