Behinderte scheuen vor Sport oft zurück. Die Gründe sind vielfältig. «Dies können einerseits physische, psychische oder kognitive Beeinträchtigungen sein, andererseits aber auch Scham und Hemmungen, öffentliche Sportzentren zu besuchen», sagt Erhard Humm von der Stiftung Altried in Zürich. Zudem fehlen oftmals behindertengerechte Bedingungen. Für viele Behinderte sind deshalb Fitnesszentren, Wellnessanlagen und Sportplätze tabu. Verglichen mit Menschen ohne Behinderung sind Behinderte weniger körperlich aktiv und doppelt so häufig übergewichtig oder adipös.

Freude an der Bewegung vermitteln
Ein wichtiges Ziel beim Sport mit behinderten Menschen ist die Vermittlung von Freude an der Bewegung, die Förderung eines physischen und psychischen Wohlbefindens sowie das Erreichen eines höchstmöglichen Grades an Selbständigkeit. Diesem Bedürfnis kommt die Stiftung Altried mit ihrer im Bau befindlichen Wellnessanlage nach. «Für viele Schwerbehinderte ist der Gang in ein Schwimmbad oder in eine Wellnessanlage undenkbar. Zu sehr scheuen sie die Blicke anderer Badegäste», so Humm. Zudem seien die Bedürfnisse der behinderten Menschen andere.

Lebensqualität verbessern
Eine normale Sauna können die Behinderten oftmals nicht besuchen – sie ist schlicht zu heiss und das Badewasser ist meist zu kalt. Deswegen wird in der neuen Wellnessanlage eine weniger heisse Biosauna errichtet. Gleiches gilt für das Fitnessangebot. Dieses wird individuell der Behinderung angepasst und auf die Bedürfnisse jedes Einzelnen abgestimmt. «Natürlich braucht es dabei eine enge Zusammenarbeit mit den Therapeuten», betont Humm. Die hohen Investitionen der Stiftung Altried entsprechen einem dringenden Bedürfnis und helfen mit, die Lebensqualität schwer behinderter Menschen zu verbessern.