Ferien sind für viele Menschen der Höhepunkt des Jahres. Was aber ist mit denjenigen Kindern und Jugendlichen, die mit einer Behinderung leben?
Ferien für Menschen mit einer Behinderung können teuer werden. Meist müssen sie von gut ausgebildeten Fachleuten begleitet werden. Es braucht zudem behindertengerechte Einrichtungen, oft auch besondere Ausrüstungen und meist spezielles Essen. Wir wissen aus Erfahrung, dass dies das Ferienbudget vieler Menschen mit einer Behinderung übersteigt. Hier springt unsere Stiftung in die Lücke und bietet Unterstützung an.

 

 

Inwiefern profitieren auch Eltern und Angehörige von Ihren Angeboten?
Auch für die Familienangehörigen von Menschen mit einer Behinderung sind Ferien wichtig. Sie bieten Raum und Zeit für eine willkommene Verschnaufpause, in der sich die Familie für einmal unbesorgt sich selber widmen kann. Die Gewissheit, dass das behinderte Familienmitglied während der eigenen Ferien gut betreut wird, trägt viel zur Entspannung bei. Das kommt der ganzen Familie zugute. Wir beteiligen uns deshalb seit Jahren subsidiär an der Finanzierung zahlreicher Ferienlager. Jährlich können über 12.000 Menschen davon profitieren.
 

 

In den Ferien wird auch gespielt. Wie wichtig sind denn behindertengerechte Spielplätze?
Auf Spielplätzen werden die Spiel- und Bewegungsfreude gefördert. Ebenso die Kommunikationsfähigkeit und die Möglichkeit, soziale Kontakte zu knüpfen. Davon sollen alle profitieren können, auch Menschen mit einer Behinderung. Mit unserem Projekt «Spielplätze für alle»setzen wir uns dafür ein, dass Spielplätze hindernisfrei geplant und umgesetzt werden. So können auch Kinder mit einer Behinderung gemeinsam mit andern Kindern spielen und dabei wertvolle Erfahrungen machen und auch etwas lernen. Dabei soll es auch Begleitpersonen mit einer Einschränkung ermöglicht werden, ihre Kinder zu begleiten und zu unterstützen.
 

 

Ist denn das Bewusstsein für solche Spielplätze vorhanden?
Da gibt es noch Handlungsbedarf. Oft fehlt den Planern und Verantwortlichen noch das Wissen über hindernisfreie Spielplätze und geeignete Spielgeräte. Deshalb haben wir in Zusammenarbeit mit der «Pro Juventute» des Kantons Zürich einen Leitfaden ausgearbeitet. Dieser fasst für Fachleute und Laien die notwendigen Aspekte zusammen, die bei der Realisierung eines «Spielplatzes für alle» beachtet werden müssen.
 

 

Welchen Stellenwert hat das gemeinsame Spiel gerade für Heranwachsende mit einer Behinderung?
Das gemeinsame Spiel zwischen Kindern mit unterschiedlichen Fähigkeiten baut Berührungsängste ab und sorgt dafür, dass mentale Barrieren gar nicht erst entstehen. Sandkuchen backen, die motorischen Fähigkeiten erproben und stärken und im Rollenspiel das soziale Verhalten lernen und entwickeln, dafür ist der Spielplatz ein erstes übungsfeld. Deshalb engagieren wir uns dafür, dass Spielplätze für alle Menschen zugänglich sind. Mit der Forderung nach Inklusion streben wir zudem an, dass Kinder mit Behinderungen an allen Aspekten des gesellschaftlichen Lebens teilnehmen können. Dabei können unterschiedliche Institutionen nicht nur bei Ferien- und Freizeitangeboten auf unsere Unterstützung zählen. Auch Projekte in den Bereichen Sport und Kultur werden von uns gefördert – genauso wie die bessere Erreichbarkeit von Ausflugszielen. Damit wollen wir erreichen, dass Menschen mit einer Behinderung einen grossen Teil ihres Lebens selbstbestimmt meistern können.