Welche Stationen in deinem Leben haben dich inspiriert?

Ich bin eine in der Schweiz geborene Modedesignerin mit italienischen und spanischen Wurzeln. In meiner Heimatstadt besuchte ich die traditionelle Haute-Couture-Schule.

Dort wurde ich in die Geheimnisse der Haute Couture eingeweiht und lernte die Verarbeitung verschiedenster Materialien kennen. Nach meiner Ausbildung bereiste ich Marokko, Indien und Nepal, um mich inspirieren zu lassen. In Nepal fand ich einen Ort, der für mich alle bereisten Orte miteinander verband.
 

Für meine Kollektionen verwende ich ausschliesslich wertvolle Materialien aus organischem Hanf, Hanf und Seide gemischt, Hanf und Baumwolle gemischt sowie veganer Seide.
 

Welches ist der grösste Vorteil der Hanffaser?

Der ursprüngliche Hanf «Cannabis sativa» dient der Menschheit seit vielen Tausend Jahren.

Diese ehrbare Heil-, Genuss- und Rohstoffpflanze wurde schon immer für ihre Stärke und Genügsamkeit gerühmt.

Der Hanfstoff ist auch als bekannt für seine heilende Wirkung, wenn es um Hautprobleme aller Art geht. Hanf hilft bei Allergien, Neurodermitis, schützt vor Elektrosmog und Umweltverschmutzung, schützt vor freien Radikalen, wirkt antibakteriell.

Zudem ist der Hanfstoff ein sanfter Hautschmeichler und bekannt dafür, dass er zu den hautverträglichsten und nachhaltigsten Materialien gehört.

Was sind die Stärken bei der Gewinnung des Rohstoffes?

Hanf ist eine extrem schnell wachsende Pflanze und benötigt etwa fünfmal weniger Wasser als Baumwolle. Die genügsame Pflanze wächst rasch und stark – und dies praktisch ohne Dünger.

Sie produziert darüber hinaus 250 Prozent mehr Fasern als Baumwolle und 600 Prozent mehr als Flachs. Das heisst, der Hanf benötigt weniger Land und produziert dennoch mehr Fasern als Flachs und Baumwolle. Hanf ist zudem ein hervorragender Bodendünger. Hanfstoff zählt weltweit zu den nachhaltigsten Produkten seiner Gattung.

Da der Hanf sehr schnell wächst, kann er zwei bis drei Ernten in zwölf Monaten einbringen. Man braucht den Baum auch nicht zu schneiden, was viel Arbeit erspart.

Wie reagieren deine Kunden darauf, dass du ausschliesslich Hanfstoffe verwendest?

Unsere Kunden schätzen es, dass unsere Kleider 100 Prozent naturrein, ohne Chemikalien und mit Naturfarben wie Sandelholz, Walnussschalen, Indigo und Rhabarberholz eingefärbt sind.

Unsere Kunden können darauf zählen, dass sie ein hervorragendes Naturprodukt tragen. Ich denke, unsere Kunden spüren auch den Unterschied zu anderen Materialien. Ebenso wird geschätzt, dass die meisten Stoffe aus einem entspannten Ort stammen und mit viel Achtsamkeit in einer kleinen Manufaktur in Nepal produziert werden.

Woher beziehst du die Stoffe?

Die meisten Stoffe kommen aus Nepal, wenige aus China. Wenn möglich, unternehme ich auch Reisen, um die Produktion und Herkunft der Stoffe kennenzulernen.

Du erforschst auch Hanfpapier. Welche Vorteile bietet dieses Papier?

Als ich auf der Suche nach ökologischem Verpackungs- und Werbematerial wie Papiertaschen oder Visitenkarten war, bin ich auf Materialien auf der Basis von Hanffasern gestossen. Im Moment experimentieren wir mit selbst gemachtem Hanfpapier, das macht viel Spass.

Unser Hanfpapier wird von Hand aus Hanffasern hergestellt – natürlich ohne die Verwendung von Chemikalien.

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