Arten von Testamenten

In der Praxis wird zwischen dem öffentlichen Testament und dem eigenhändigen Testament unterschieden. Das eigenhändige Testament ist vom Erblasser von Anfang bis Ende mit Angabe des Errichtungsdatums und Errichtungsorts von Hand niederzuschreiben und zu unterschreiben.

Demgegenüber wird das öffentliche Testament von dem Notar verfasst und im Beisein des Erblassers sowie unter Mitwirkung zweier Zeugen öffentlich beurkundet.

Eine dritte Art von Testament ist das mündliche Nottestament, welches im Beisein zweier Zeugen errichtet wird. Ein Nottestament kommt nur in seltenen Fällen zur Anwendung und setzt eine Notlage des Erblassers im Errichtungszeitpunkt voraus. Im Vordergrund steht die nahe Todesgefahr, welche es dem Erblasser verunmöglicht, ein eigenhändiges oder öffentliches Testament zu errichten.

Mit dem mündlichen Nottestament sind stets gewisse Rechtsunsicherheiten verbunden, weshalb man sich wenn möglich der ordentlichen Testamentsformen bedienen sollte. Beispielsweise kann der Notar ein öffentliches Testament auch in den Räumlichkeiten des Erblassers oder Spitals beurkunden.

Etwas Sinnvolles bewirken

Dem Erblasser steht mit einem Testament die Möglichkeit offen, selbstbestimmt über seinen Nachlass zu verfügen. Als begünstigte Personen kommen sowohl natürliche Personen (wie zum Beispiel Familienangehörige oder nahestehende Bekannte) als auch juristische Personen in Betracht.

Zu den juristischen Personen gehören unter anderem Vereine und Stiftungen, welche regelmässig einen gemeinnützigen Zweck verfolgen (sogenannte gemeinnützige Organisationen). Mit der Begünstigung einer solchen Organisation kann der Erblasser über seinen Tod hinaus etwas Gutes tun.

Eine gemeinnützige Organisation kann im Testament als Erbin eingesetzt oder mit einem Vermächtnis beziehungsweise Legat bedacht werden. Als Erbin tritt die Organisation zusammen mit allfälligen weiteren Erben in die Rechtsstellung des Erblassers ein.

Sie ist damit nicht nur zu einer bestimmten Quote am Nachlass berechtigt, sondern sie haftet auch für die Schulden des Erblassers. Eine Erbeinsetzung führt insbesondere dann zu Problemen, wenn weitere Erben vorhanden sind (zum Beispiel der überlebende Ehegatte oder die Nachkommen).

Mehrere Erben bilden untereinander eine Erbengemeinschaft und müssen Beschlüsse über die Verwaltung und Teilung des Nachlasses grundsätzlich einstimmig fällen.

In der Regel ist es sinnvoller, eine gemeinnützige Organisation mit einem Vermächtnis (zum Beispiel einem konkreten Geldbetrag oder einem bestimmten Nachlassgegenstand, welcher für die Organisation von Interesse ist) zu begünstigen.

Als Vermächtnisnehmerin hat die Organisation gegenüber den Beschwerten einen obligatorischen Anspruch auf Ausrichtung des Vermächtnisses. Die Organisation ist nicht Erbin und damit weder Mitglied der Erbengemeinschaft noch haftet sie für die Schulden des Erblassers. Dies kann sich sowohl für die Erben als auch für die Stiftung als günstiger erweisen.

Zu erwähnen bleibt die Möglichkeit, im Testament selbst eine gemeinnützige Stiftung zu errichten oder eine Auflage zugunsten einer Stiftung vorzusehen.

Sorgfältige Planung

Ein Testament zu errichten, ist nicht schwierig, sofern in Bezug auf das Vermögen und die Familie einfache Verhältnisse bestehen und die gesetzlichen Schranken beachtet werden.

Zu den wichtigsten gesetzlichen Schranken gehören die bereits angesprochenen Formvorschriften, das Pflichtteilsrecht (Art. 471 ZGB) sowie der Numerus clausus der Verfügungsarten (Erbeinsetzung, Vermächtnis, Auflage etc.).

Bei der Formulierung des Testaments ist darauf zu achten, dass klare Anordnungen getroffen werden. In Bezug auf ein Vermächtnis beziehungsweise Legat bedeutet dies, dass die Zuwendung hinreichend genau umschrieben wird (zum Beispiel ein konkreter Geldbetrag) und die begünstigte Organisation identifizierbar ist.

Empfehlenswert ist in diesem Zusammenhang die Nennung der Unternehmens-Identifikationsnummer (UID). Diese kann im Internet unter https://www.uid.admin.ch abgerufen werden.

Bei bedeutenden Vermögenszuwendungen und komplizierten Verhältnissen ist es ratsam, sich an einen Experten zu wenden. Damit ist sichergestellt, dass der letzte Wille des Erblassers wie gewünscht umgesetzt wird.