Unser Körper ist ständig auf Reisen und wandelt sich konstant. Er muss gehegt und gepflegt werden. Damit er das bekommt, was ihm gut tut, soll der Organismus als Ganzes angeschaut werden. Robin Städler, dipl. Sportlehrer und dipl. Spitzensporttrainer, sagt: «Die Balance im Leben ist wesentlich.» Alle Bereiche sollen aufeinander abgestimmt und ausgeglichen sein. Dies bedingt eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit sich selbst.

Gesamtheitliche Betrachtungsweise

Arbeitet jemand beispielsweise sehr viel, steht unter psychischem Druck, fühlt sich unwohl im Team, bei der Arbeit oder hat zu Hause Probleme – dann reichen zwei bis drei Abende im Training als Ausgleich nicht. Ist jemand in seiner Lage werden die Lebensumstände analysiert. Entweder passiert das im Alleingang oder mit professioneller Hilfe. «Es geht darum, die Schwachstellen zu identifizieren,» erklärt Robin Städler. Basierend darauf werden Entscheidungen getroffen. Ziel ist es, die Umstände nachhaltig zu verbessern und alles wieder ins Lot zu bringen. Wobei die Analyse und das Umsetzen ein wiederkehrender Prozess ist.

Programm in drei Schritten

Zuerst werden Alkohol, Nikotin und Drogen weggelassen. Diese Genuss- und Suchtmittel vergiften und laugen den Organismus aus. Bis dieser gesäubert und entschlackt ist, dauert es eine Weile.
Beim nächsten Schritt rückt die Nahrung in den Fokus. «Eine schlechte Ernährung, gekoppelt mit Fitnesstraining, übt einen ähnlichen Effekt auf den Körper aus, wie falsch tanken beim Fahrzeug», führt Robin Städler aus. Wir brauchen eine ausgewogene Ernährung, damit wir leistungsfähig sind. Genauso zentral für den Organismus ist genug Flüssigkeit: Gesundheitsfördernd sind Wasser und ungesüsste Getränke. Den kleinen Hunger zwischendurch stillt eine Banane oder ein Energieriegel. Mit knurrendem Magen wird weder mit Elan trainiert noch effizient gearbeitet. Zum Mittagessen sind Salat und Kohlenhydrate ideal. Letztere gehören zu einer gesunden Mahlzeit und liefern wichtige Energie für Hirn und Muskeln. Nach dem Sport am Abend benötigt der Köper mehr. Deshalb eignen sich eine kalte Platte, eine Suppe oder ein Stück Fleisch und als Beilage wenig Kohlenhydrate. Zugunsten einer erholsamen Nachtruhe ist es ratsam, frühzeitig zu essen und auf schwer verdauliche Lebensmittel zu verzichten. Alles andere beeinflusst den Schlaf negativ, weil der Körper zusätzliche Aufgaben bewältigt. Unter anderem entgiftet und regeneriert sich dieser nachts.

Bewegung

Sind die beiden ersten Schritte erfolgreich umgesetzt, kommt die Bewegung an die Reihe. Wie viel Zeit steht zur Verfügung? Welche Form sagt einem zu? Die persönlichen Bedürfnisse und die körperlichen Möglichkeiten werden miteinbezogen. Darauf ausgerichtet wird ein Mix aus Kräftigung und Ausdauer zusammengestelt. Durch regelmässiges Training optimiert sich die Sauerstoffaufnahme, das Herz ist belastbarer und die Durchblutung funktioniert besser. Reduziert wird die Schmerzempfindlichkeit des Bewegungsapparates. Der Körper ist widerstandsfähiger und druckresistenter. Das A und O ist: die Übungen korrekt auszuführen. Sonst besteht Verletzungsgefahr und die Belastung für die Gelenke ist zu gross.

«Ein Sixpack ist zum Teil genetisch bedingt – ohne diese Voraussetzung und gesunde Ernährung, kann kein Mensch sich einen Waschbrettbauch antrainieren.»

Am besten gehen Personen, die sich vorher nie sportlich betätigt haben, zu einem Trainer. Dieser stellt ein paar Übungen zusammen. Nach drei bis vier Monaten wird ein Termin für ein neues Programm vereinbart. Im Fitnessstudio erhalten Interessierte auch Auskunft. Bewegung in der Gruppe bieten Vereine an. Jeder muss seinen eigenen Weg finden und das nötige Durchhaltevermögen. Dabei kann das soziale Umfeld einen motivieren und unterstützen.