«Im antiken Griechenland war ein kleines Glied populär – grosse und beschnittene Penisse galten als barbarisch.»

Immer mehr Männer unterwerfen sich dem Diktat der ewigen Jugend. Vor allem jene, die in leitenden Positionen tätig sind oder bei den Massenmedien arbeiten. Sie wünschen sich ein Gesicht frei von Tränensäcken sowie Schlupflidern und zudem sportliche, jugendliche Körperformen. Denn Statistiken besagen, dass Gutaussehende bessere Chancen auf der Karriereleiter haben. Gerade der vielbeschäftigte Manager, der keine Zeit fürs Training findet, tendiert zu einer schnellen Lösung. Er entscheidet pragmatisch: «Das passt mir nicht, und schafft Abhilfe mittels plastischer Chirurgie.

Nische in der plastischen Chirurgie

Eingriffe in der Intimchirurgie können medizinisch bedingt oder ästhetisch motiviert sein: Es wird eine Penisverkrümmung korrigiert oder ein Mikropenis vergrössert. Letzterer misst in erigiertem Zustand weniger als sechs Zentimeter. Meistens wird die Dienstleistung beansprucht, weil ein Penis als zu klein, zu kurz oder zu dünn erachtet wird. Obwohl das Glied ganz normal ist. Da der Betrachter den Penis von oben sieht, erhält er einen verkehrten Eindruck. Diese Blick winkel verkürzt das Glied. Aufgrund dieser optischen Täuschung entstehen Minderwertigkeitsgefühle, die wiederum das sexuelle Verhalten beeinflussen. Einerseits zementierte die Pornoindustrie das Bild des XXL-Penis in den männlichen Köpfen. Andererseits glauben sie, dass ein stattlicher Penis der weiblichen Idealvorstellung entspricht.

Ursachen für die Misere

«Tatsächlich schrumpfte der Penis in den letzten Jahren durch Industrieprodukte, die den Körper vergiften», erklärt Deniel Kish. Ferner verkleinert sich das Glied mit zunehmendem Alter. Bei den Frauen weitet sich die Vagina aus infolge des Gebärens. Somit entfernen sich die Geschlechter im anatomischen Bereich voneinander. Zusätzliche Schwierigkeiten bereiten die Umweltgifte: PVC und andere chemische Substanzen agieren wie Hormone im menschlichen Körper. Das verweiblicht den männlichen Organismus. Folglich nahm die Spermienmenge pro Milliliter auf 20 Millionen ab. Im 19. Jahrhundert enthielt ein Milliliter noch 200 Millionen Spermien. Bei etwa 16 Millionen ist eine Befruchtung unwahrscheinlich. Die Entwicklung bei den Tieren verläuft ähnlich.

So funktioniert es

Die Nachfrage nach einer Penisverlängerung oder Penisverdickung steigt. Eine Verdickung ist innerhalb von 60 Minuten fertig. Dazu wird Fett in einer Körperregion weggenommen. Dieses wird maschinell gereinigt und vorbereitet für den Eingriff. Anschliessend wird mit einer dünnen Nadel das Fett unter die Haut des Penis gespritzt. Bei der Verlängerung werden die Penisbänder durchtrennt. Dann wird der Teil des Penis, der hinter der Bauchwand liegt, nach vorne gezogen und fixiert. Die Operation dauert ca. eineinhalb bis zwei Stunden. Wie viele Zentimeter dadurch gewonnen werden, hängt von der Ausgangslänge ab: 80 Prozent des Penis befinden sich vor und 20 Prozent im Bauch.

Davor und danach

Im Vorfeld wird abgeklärt, ob der Wunsch des Patienten realistisch ist. Der Eingriff wird nur bei physisch wie psychisch gesunden Männern durchgeführt. Aufgeklärt wird über das Infektionsrisiko und den allfälligen Bluterguss. Der Mann spürt nach der Operation Spannungen. Er soll sich für drei bis sieben Tage Ruhe gönnen. Sobald die Schwellung weg ist, lässt sich die Vorhaut wieder zurückziehen wie vorher. Für zwei Monate fällt der Geschlechtsverkehr aus. Kein intensiver Sport darf für einen Monat betrieben werden. Deniel Kish sagt: «Die Eingriffe beeinträchtigen die Empfindsamkeit der Haut nicht.»
Bei der Penisverlängerung ändert sich der Winkel des Gliedes. Demzufolge muss dieses beim Geschlechtsverkehr manuell in die Vagina eingeführt werden. Wenn man(n) kein exzessives Sportprogramm betreibt und keine Diät hält, sollte das Fett bestehen bleiben.