Soziale Netzwerke gehören mittlerweile zu unserem Alltag. Für die junge Generation, die mit den neuen Technologien aufgewachsen ist, sind sie sogar fundamental: Mit Schulkollegen abmachen, mit dem Schwarm flirten oder mit Freunden Neuigkeiten austauschen – vieles geschieht heute virtuell.

Die Grenzen zwischen Online- und Offline-Welt verfliessen: Handlungen, die mittels «Social Media» stattfinden, haben auch direkten Einfluss auf das reale Leben und umgekehrt.

Online-Diffamation und ihre Folgen

Die Kehrseite dieser Form von Jugend-Kommunikation nennt sich Cybermobbing beziehungsweise Cyberbullying. Kinder und Jugendliche geraten ins Online-Kreuzfeuer von anderen Kindern und Jugendlichen. Sie werden beleidigt, eingeschüchtert, bedroht oder attackiert. Nicht selten werden auch Gerüchte und Lügen über die Opfer in den sozialen Netzwerken verbreitet, um sie zu diffamieren.

Die Angriffe können im Kleinen geschehen, nicht selten werden die jungen Leute jedoch vor einer grossen Community blossgestellt. Bereits jedes fünfte Kind bezeichnet sich heute als Mobbingopfer. Eltern und Lehrpersonen sollten sehr wachsam sein und auf Verhaltensveränderungen der Kinder reagieren. Denn Cybermobbing-Attacken können dramatische Folgen haben.

Fast ein Drittel der Opfer trägt dauerhafte Schäden davon. Viele leiden psychisch und physisch, zeigen Leistungsabfälle oder wollen nicht mehr in die Schule gehen. Cybermobbing hat leider auch schon zu Suiziden geführt.

Was können Opfer tun?

Wer Opfer einer Cybermobbing-Attacke wird, sollte als Erstes eine erwachsene Vertrauensperson einweihen. Auf keinen Fall sollte man auf das Mobbing antworten. Wichtig sind hingegen Beweismaterial wie Screenshots, gespeicherte Bilder und Chatverläufe. Auch sollte der oder die Täter gesperrt und dem sozialen Netzwerk, Chatforum oder Plattformbetreiber gemeldet werden.

Diese können allenfalls auch ungewünschte Online-Inhalte löschen, die man selbst nicht entfernen kann. Handelt es sich um Mitschüler, sollten die Eltern die Schule einschalten und nötigenfalls nach gemeinsamem Abwägen Anzeige erstatten. Zwar stellt Cybermobbing keinen eigenen Straftatbestand dar – die fiesen Handlungen der Täter lassen sich aber durchwegs zur Rechenschaft ziehen.