Veronika Mutti
Inhaberin und Tantra Masseurin vom Amantara Institut in Basel

Veronika Mutti ist tantrische Masseurin und hilft mit dieser Methode Frauen und Männern, ihren Körper mit Hilfe der Sexualität neu zu entdecken.

Wie sind Sie zum Beruf der tantrischen Masseurin gekommen?
Vor rund zehn Jahren steckte ich in einer Lebenskrise. Ich suchte nach neuen Perspektiven und Möglichkeiten, über meine alten Denkmuster hinwegzukommen und einen Neuanfang mit einer anderen Lebenseinstellung zu starten. Während dieser Phase bin ich auf ein tantrisches Institut gestossen und kam zum ersten Mal in Berührung mit der tantrischen Philosophie, die mich zutiefst berührt hat. Ich merkte bald, wie sich mein Herz wieder öffnete und mein Selbstvertrauen zurückkehrte. Das war für mich der Anstoss, eine Ausbildung als Tantralehrerin zu absolvieren.

Was beinhalten die Tantralehre und die Ausbildung zur tantrischen Masseurin?
Der Tantra-Weg ist der Weg zu sich selbst. Der Begriff Tantra entspringt dem Wort «tan», was so viel heisst wie «sich ausdehnen». Die Lehre strebt danach, die Persönlichkeit im ganzheitlichen Sinne unter Einbezug von Körper, Geist und Seele zu entwickeln. Der spirituelle Aspekt ist also sehr wichtig in der tantrischen Lehre und bei der Arbeit als tantrische Masseurin. Das bedeutet auch für Tantra-Masseure, sich immer weiterzuentwickeln. Heute bin ich sehr glücklich in diesem Beruf, das Geben ist eine heilende Erfahrung für mich selbst.

 

„Ein grosser Wunsch ist mehr Akzeptanz meines Berufs durch die Öffentlichkeit, denn er wird immer noch oft mit Prostitution verwechselt.“

 

Was ist der Unterschied zwischen Sex- und Tantra-Massage?
Bei beiden Massagen wird der ganze Körper massiert, inklusive Genitalbereich. Der Unterschied jedoch ist, dass es bei der Sexmassage um das Erreichen des Orgasmus geht. Bei der Tantra-Massage hingegen geht das Bewusstsein nach innen und das Erleben und Entfalten der sexuellen Energie ist zentral. Das Ziel sind dabei nicht der «Trieb» und der Orgasmus, sondern es geht vielmehr darum, die Wahrnehmung im Beckenbereich zu schulen und die sexuelle Energie im ganzen Körper zu verteilen. So kann Transformation und Heilung stattfinden.

Wie ist der Ablauf einer Tantra-Massage und wie lange dauert sie?
In einem Gespräch vor der Massage erfahre ich, aus welchen Gründen die Kunden mich aufsuchen, und kann auch gut herausspüren, was für einen Menschen ich vor mir habe. In meinem Beruf muss ich auch Psychologin sein. Eine Massage dauert mindestens 90 Minuten bis maximal 2.5 Stunden.#

Mit welchen Problemen kommen die Kunden auf Sie zu?
Bei den Frauen ist oft das Problem, dass sie nicht gut loslassen können und keine Extase, also keinen Orgasmus erfahren können. Der Druck, Männern gefallen zu müssen und nicht schön genug zu sein, ist oft gross und wirkt blockierend. Bei den Männern ist häufig das Umgekehrte der Fall: Sie kommen viel zu schnell zum Orgasmus. Die Tantra-Massage ist für solche Männer sehr geeignet, um ihren Körper besser zu erfahren und das Liebespiel ausgiebiger zu gestalten. Denn genau darunter leiden die Frauen, dass der Mann zu schnell kommt und es zu keinem lustvollen Vorspiel mehr reicht. Auch Impotenz beim Mann ist ein Thema. Tantrische Techniken wirken hier sehr gut.

Wie reagieren Ihre Kunden auf die Massagen und was sind die Rückmeldungen?
Die Reaktionen sind sehr individuell. Viele Kunden schwärmen von einer tief erlebten Entspannung, die auch anhält, über transformierende Kräfte in ihrem Körper sowie im emotionalen Bereich. Wenn die Gäste sehr verspannt und versteift sind, dann empfiehlt sich eine wiederholte Anwendung der Massagen.

Welches sind Ihre Zukunftsperspektiven und Wünsche?
In Zukunft möchte ich mein Angebot in der Körperarbeit ausweiten. Ich absolviere derzeit eine Ausbildung als Akupresseurin. Ein grosser Wunsch ist mehr Akzeptanz meines Berufs durch die Öffentlichkeit, denn er wird immer noch oft mit Prostitution verwechselt.