Was versteht man unter sexologischer Körperarbeit?
Im Kern geht es in unserer Arbeit um die Frage: Wie lernen Menschen Sexualität? Wie erlernen sie ihr sexuelles Denken, Fühlen und Verhalten? Für die meisten Menschen ist dies ein absolut neues Konzept. Meistens geht man davon aus, dass, wenn Liebe da ist, der Sex schon passen wird. Inzwischen wissen wir, dass dies natürlich nicht so ist.

Kann man denn die einzelnen Fähigkeiten,
die in der Sexualität und Intimität wichtig sind, lernen?

Ja, das kann man. Nur stellt sich die grosse Frage nach dem «Wie»?
Hier nutzen wir die Grundlagen von somatischem Lernen. Das «somatische Lernen« ist ein zentraler Begriff in unserer Arbeit. Dabei lernen wir in Verbindung mit dem Körper, mit allen Sinnen und eben nicht nur mit dem Kopf. Im Grunde genommen eine sehr alte Methode, welche wir in vielen fernöstlichen Traditionen finden, wie Yoga, Tantra  etc.

Wie kann somatisches Lernen unsere Sexualität erweitern und vertiefen?
Ich verwende hierfür gerne den Vergleich mit dem Erlernen eines Musikinstrumentes: Ich kann darüber so viele Bücher lesen wie ich will, ich kann Notenblätter auswendig lernen – ich werde nicht besser spielen. Nur das praktische Üben wird mein Spiel verbessern. Aber auch da gilt: Wenn ich nur gedankenlos vor mich hin spiele, werde ich nicht besser. Es braucht eine bewusste Praxis – dies gilt auch für die Sexualität. Das fundierte Wissen und ein bewusster Umgang mit Sexualität ermöglicht ein völlig neues Erleben im Umgang mit uns selber und unserem Partner.

«Öffnen sich Menschen für das natürliche Erforschen und Erlernen ihrer sexuellen Bedürfnisse, dann finden sie mehr Zugang zu ihrem Körper und zu einer erfüllten Sexualität!»

Wie kann somatisches Lernen bei frühzeitiger Ejakulation helfen beziehungsweise den Orgasmus der Frau beeinflussen?
In einem ersten Schritt vermitteln wir das Grundlagenwissen rund um diese Themen – was heisst überhaupt frühzeitige Ejakulation? Wann kommt ein Mann zu früh? Wie erlebt die Frau den Orgasmus? In einem zweiten Schritt schauen wir die konkreten Erfahrungen der Menschen an, etwa in welchen Situationen der Mann zu früh kommt oder wann die Frau Schwierigkeiten beim Orgasmus hat. In diesen Erlebnissen finden wir dann Schlüssel, die ganz konkret genutzt werden können, um Veränderungen zu erreichen. Und dann arbeiten wir natürlich auf der körperlichen Ebene und schauen, wie der Körper auf bestimmte Berührungen reagiert.

Wie kann sexologische Körperarbeit bei Schmerzpunkten oder Blockaden behilflich sein?
In klassischen Massagen werden wichtige Bereiche im Becken- und Genitalbereich ausgelassen. Dabei finden wir gerade in diesem Bereich viele Verspannungen, welche Menschen oft nicht bewusst wahrnehmen. Ein grosses Thema ist auch die Analmassage – die enorme Entspannung und gesundheitliches Wohlbefinden fördern kann.