Mario Torriani muss seit 16 Jahren früh aus den Federn. Weil er als Morgenmoderator die Schweiz weckt.
 

Zählen Sie Schäfchen, wenn Sie früh einschlafen müssen?

Die beste Methode habe ich noch immer nicht gefunden. Was man nicht darf: Sich selbst stressen. Ich stehe dann auch nicht wieder auf, bleibe liegen, geniesse die Ruhe. In der Regel ist die Morgenmoderation fünf Tage nacheinander, mittwochs aufstehen finde ich am härtesten.

Die Umstellung ist also auch nach 16 Jahren noch schwer?

Früh zu Bett ist ja kein Problem – aber ans absurd frühe Aufstehen um viertel vor drei gewöhnt der Körper sich wohl nie. In dieser Woche ist Alkohol verboten, ich mache nichts mit Freunden ab. In den andern Wochen muss man zusehen, dass man wieder unter die Leute kommt.

Es gibt Radiomoderatoren, die richtiggehend vereinsamen. Ein Paradox, da sie übers Leben sprechen sollten. Ich merke selbst: Während dieser Tage bin ich dünnhäutiger.

Wann gehen Sie zu Bett, wenn Sie Sendung haben?

Eisern zwischen 21 und 22 Uhr. Mein Körper braucht fünf bis sechs Stunden Schlaf. Ich bin eine klassische Lerche, gehe selten nach Mitternacht ins Bett. An normalen Tagen schlafe ich acht bis neun Stunden. Was nicht funktioniert, ist «Vorschlafen». Wenn ich nachmittags meine Arbeit beende, gehe ich nicht schlafen, auch wenn ich müde bin.

Ihre Zuhörer fragen sich sicher, wie kann Mario Torriani um diese Zeit so quietschfidel sein?

Ich war schon immer ein Morgenmensch. Mein Vorsprung beträgt ja mehrere Stunden. Wenn ich um fünf Uhr auf Sendung gehe, hatte ich genügend Zeit, um wach zu werden, zwei Kaffee inklusive.

Wie steht es mit Red Bull?

Interessanterweise trinkt das keiner unserer Morgenmoderatoren. Auch auf die brutale kalte Dusche verzichte ich gerne. Mein Aufstehritual ist einfach: 60 Sekunden nach dem ersten Wecker bin ich auf den Füssen. Liegenbleiben geht gar nicht, da kippe ich zurück in den Schlaf. Der zweite Wecker ist nur eine Safety.

Wie gross ist die Angst des Morgenmoderators, zu verschlafen?

Riesig. Und es ist jedem schon mal passiert. Heute musste ich tatsächlich gähnen! Hoffentlich ist das niemandem aufgefallen.
 

Als diplomierte Pflegefachfrau arbeitet Sarah Bühler in drei Schichten. Am härtesten ist die Nachtwache von 22.30 bis 7 Uhr morgens.
 

Was tun Sie, wenn die Müdigkeit Sie überfällt?

Vor allem Computerarbeiten machen schläfrig. Dann gehe ich umher und spreche mit meinen Arbeitskollegen. In Bewegung bleiben ist wichtig. Am Anfang der Nacht ist man konzentrierter als gegen Ende, dann muss man sich noch mehr anstrengen. Die Arbeit mit Patienten ist eine grosse Verantwortung, darum muss man auch die Ruhezeiten einhalten.

Wie stellt sich Ihr Körper auf die Mahlzeiten um?

Ich halte drei Mahlzeiten ein, passe den Essrhythmus der Arbeitszeit an. Das heisst, ich frühstücke nachmittags um 16 Uhr, lunche dann so um 21 Uhr bevor ich zur Arbeit gehe und esse gegen 3 Uhr morgens zu Abend.

Leidet das Sozialleben?

Teils schon. Auch die Schicht bis 23 Uhr sorgt dafür, dass man nach der Arbeit nur noch zu Hause bleibt. Im Winter äussert sich das noch deutlicher: Wenn es dunkel ist, wenn man aufsteht, und dunkel ist, wenn man zu Bett geht, will man nur noch schlafen.
 

Morgenstund hat für ihn Gold im Mund: Als Bäckermeister ist Peter Lyner von Berufs wegen Frühaufsteher.
 

Ist die Arbeitszeit das Schwierigste am Bäcker-Beruf?

Da gehört schon noch etwas mehr dazu (lacht). Früh aufstehen ist Gewohnheitssache und Eigendisziplin. In jüngeren Jahren kostet es mehr Überwindung.

Das Bäckergewerbe hat Mühe, Nachwuchs zu rekrutieren.

Das Problem ist ja nicht die Arbeitszeit, sondern das Umfeld. Kollegen oder Freundin müssen Verständnis zeigen, wenn man sich um 21 Uhr verabschiedet. Ich gehe zwischen 21 und 23 Uhr zu Bett. Wenn ich um vier Uhr aufstehe, habe ich sechs bis sieben Stunden Schlaf bekommen.

Wie oft haben Sie verschlafen?

Nicht so oft. Ein Wecker reicht, meine innere Uhr funktioniert gut. Schon als Junge wurde ich um fünf wach, weil meine Eltern eine Bäckerei betrieben. Also eigentlich so alle zwei Jahre ein Mal.

Wie verbringen Sie Ihre Freizeit, wenn dann alle noch arbeiten?

Das ist ja gerade das Coole: Keiner am Skilift, keiner in der Badi, keiner steht an der Kasse an.