Die frühere Miss Schweiz hält sich mit Sport und ausgewogener Ernährung fit und gönnt sich manchmal etwas Süsses.

 

Amanda Ammann, 2007 wurden Sie Miss Schweiz, aber 2009 erfuhren Sie, dass Sie Hautkrebs haben. Ein malignes Melanom musste an Ihrem rechten Bein entfernt werden. Wie haben Sie diese Diagnose mental und emotional verkraftet?

Da ich nach der Biopsie ziemlich schnell die Diagnose erhielt, dass das Melanom örtlich begrenzt und noch nicht in tiefere Hautschichten gedrungen war, hielt sich der Schock in Grenzen. Der schwarze Hautkrebs wurde zum Glück frühzeitig erkannt, weil ich bereits früh von meiner Mutter für dieses Thema sensibilisiert wurde. Ich machte mir aber auch Gedanken, was wohl passiert wäre, wenn sich bereits Metastasen gebildet hätten.

Wie hat diese Erfahrung Ihr Leben verändert?

Ich habe zu diesem Zeitpunkt gelernt, dass man Gesundheit schätzen muss. Ohne vollumfängliche Gesundheit sind viele andere Lebensbereiche eingeschränkt.

Was bedeutet «gesund Leben» heute für Sie?

Ich achte auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung und treibe mindestens drei Mal die Woche Sport. Aber ich gönne mir oft Süs­ses und ab und zu ein alkoholisches Getränk. Schliesslich muss man sich auch um das mentale Wohlbefinden kümmern, und das kann man schwer aufrechterhalten, wenn man dauernd Kalorien zählt und sich permanent einschränkt.

Das Leben soll genussvoll sein.

Worauf achten Sie besonders in Ihrer Ernährung?

Ich liebe Früchte und esse davon täglich grosse Portionen. Zudem kaufe ich oft Produkte die konventionell erzeugt werden und viele wichtige Nährstoffe enthalten. Seit mehr als zwei Jahren ernähre ich mich zudem aus ethischen Gründen vegetarisch.

Wie sieht Ihr kulinarischer Alltag aus?

Normalerweise starte ich mit einem Vollkornbrot mit Frischkäse oder einem Naturejoghurt mit frischen Früchten in den Tag. Danach gibt es einen kleinen Snack zum Znüni. Über Mittag esse ich meistens in meinem Geschäft in der Kantine. Da ich seit zwei Jahren auf Fleisch verzichte, ist die Mittagsmahlzeit etwas kohlenhydratlastig. Deshalb achte ich darauf, dass ich abends genügend Proteine zu mir nehme. Wenn es schnell gehen muss, darf es auch ein Proteinshake sein. Ich gönne mir jedoch mindestens zweimal pro Woche einen «süssen Tag». Manchmal esse ich dann ein ganzes Guetzli-Paket zusammen mit einer Tafel Schokolade. Nach dieser Zucker­überdosis freue ich mich dann richtig auf Gemüse und Früchte.

Eine Miss-Schweiz-Kandidatin braucht eine gute Figur.

Das war eine der Bedingungen. Meine Beobachtungen zeigen jedoch, dass es grundsätzlich ein Märchen ist, schlanke Menschen würden auf viel verzichten. Die meisten haben gute genetische Voraussetzungen, unterstützen ihre Figur aber durch Trainingseinheiten und die richtige Ernährung. Der Stoffwechsel ändert sich mit dem Alter jedoch sehr.
 
Was tun Sie für Ihre Fitness?

Seit meiner Kindheit übe ich verschiedene Sportarten aus. So war ich bereits als 6-Jährige Mitglied in drei verschiedenen Sportclubs. Heute spiele ich Tennis, fahre Snowboard, gehe regelmässig in der Natur joggen und besuche für den Muskelaufbau Yoga-Kurse und das Fitness-Studio.

Zu welchen Massnahmen raten Sie, um Hautkrebs zu vermeiden?

Man sollte sich konsequent vor der Sonne schützen, Sonnenschutz auftragen und Solarien meiden. Zudem rate ich, sich selber auf Hautveränderungen zu untersuchen. In gewissen Fällen ist eine regelmässige Kontrolle durch einen Hautarzt notwendig.

Welche Tipps geben Sie anderen Menschen, um gesund und fit zu bleiben?

Für eine dauerhafte Gesundheit ist es wichtig, dass man die für den Organismus nötigen Mineralien und Vitamine durch Lebensmittel aufnimmt. Für die mentale Gesundheit sind Auszeiten vom stressigen Alltag dringend notwendig. Da sollte man sich auch nicht rechtfertigen müssen, wenn man abends um 10 Uhr nicht nochmals die E-Mails checkt oder über das Wochenende nicht erreichbar ist. Am Ende des Lebens blickt niemand zurück und denkt an die vielen Stunden im Büro, sondern an die gemeinsame Zeit mit Familie und Freunden. Und auch wenn es für viele Menschen ein notwendiges Übel ist: Sport durchlüftet den Kopf und fördert eine gute Laune. Wenn man Spass daran hat, umso besser!