Ritzt man eine Kapsel des Schlafmohns (Papaver Somniferum) an, tritt ein milchiger Saft aus: das Rohopium. Es ist das Grundmaterial für Morphin, welches wiederum zu Heroin veredelt werden kann. 100 Kilo Rohopium ergeben gerade mal rund 9 Kilogramm weisses Heroinpulver.

Lange Geschichte
Opium hat eine lange Geschichte und existierte schon viel früher als Tabak oder Hanf. Die ältesten Funde im Fernen Osten gehen immerhin auf dreitausend Jahre zurück. Die Schmerz lindernde, betäubende und berauschende Wirkung der Kapsel scheint auch hierzulande schon recht früh bekannt gewesen zu sein. Mitte 19. Jahrhundert gab es nicht nur in Hongkong und Kalkutta Rauchsalons, sondern auch in Paris, Marseille, London und Le Havre. Dem deutschen Apotheker Friedrich Wilhelm Sertürner gelang es anfangs des 19. Jahrhunderts, aus dem Rohopium den Wirkstoff Morphin (genannt nach Morpheus, dem Gott der Träume) zu isolieren. Als Jungbrunnen und Allheilmittel vermarktete darauf eine deutsche Pharmafirma verschiedene Morphiumpräparate. Konsumiert wurden die Rauschmittel als Schmerz- und Beruhigungsmittel, in Künstlerkreisen zur Inspiration und im Proletariat als Elixier gegen Armut und Hunger. Kein Wunder, denn Morphium war damals billiger als beispielsweise Gin. Aber es machte süchtig.

Vom Morphin zum Heroin
Der Brite C.R.A. Wright veredelte 1874 das Morphin zu Heroin. Dieses sollte weniger süchtig machen als Morphin, was sich allerdings als Irrtum erwies. 1898 brachte das deutsche Unternehmen Bayer Heroin als Hustensaft auf dem Markt. Erst 1931 stellte Bayer auf politischen Druck hin die Heroin-Produktion ein. Das SuchtPotenzial von Opium, Morphin und Heroin führte schliesslich dazu, dass in vielen Ländern die Verwendung derselben streng reguliert wurde. 1922 war die Schweiz das einzige Produktionsland von Betäubungsmitteln, in dem Import und Export völlig frei waren. Erst auf Druck vom Ausland wurde zwei Jahre später das erste schweizerische Betäubungsmittelgesetz erlassen, das unter anderem Opium verbietet. Das Verbot führte zu einem florierenden Schwarzmarkt durch kriminelle Banden und die Entstehung einer eigentlichen Drogenmafia. Die grössten Opium-Produktionsländer der Welt sind Afghanistan, Myanmar, Laos und Thailand, wobei die letzteren drei das so genannte Goldene Dreieck bilden.
Als Ersatzstoff bei Heroinabhängigen wird das vollsynthetisch hergestellte Methadon verwendet.