Was sind die Unterschiede zwischen Schulmedizin und Komplementärmedizin?

Ein medizinisches Problem kann man auf verschiedenen Wegen behandeln. Das hängt vor allem davon ab, wie akut ein Leiden auftritt, wie stark die Beeinträchtigung ist und welche Perspektive für den Patienten besteht. Für die Behandlung gibt es bekanntlich verschiedene Wege, ob nun die Schulmedizin oder die ganzheitliche Komplementärmedizin, welche sich vermehrt der Wirkung von Naturheilmitteln und -methoden verschrieben hat.

Beide Wege haben ihren Sinn und ihre Berechtigung. Wichtig ist dabei, zusammen mit dem Patienten den für ihn richtigen Weg zu finden. Das kann durchaus eine Behandlung eines akuten Problems mit Schulmedizin und eine darauffolgende Langzeitbehandlung mittels eines komplementärmedizinischen Heilmittels sein.

Es geht dabei nicht darum, die eine gegen die andere Methode auszuspielen. Wichtig ist es, die Vorteile jeder Behandlungsart dem Patienten zugänglich zu machen.

Was ist die Aufgabe des Schweizerischen Verbandes für komplementärmedizinische Heilmittel SVKH?

Wir sind der nationale Fachverband der Herstellungs- und Vertriebsfirmen von Naturheilmitteln. Der SVKH vertritt die fachlichen, politischen und wirtschaftlichen Standesinteressen dieser Branche in der Schweiz.

Wir beschäftigen uns dabei vor allem mit den Rahmenbedingungen für die Zulassung eines Medikamentes und legen grossen Wert auf hohe Qualität und optimale Produktevielfalt. Die von uns vertretenen Firmen sind in erster Linie KMU-Betriebe, also nicht vergleichbar mit den weltweit tätigen Firmen der Pharmaindustrie. Dementsprechend sind die Anforderungen an eine optimale Branchenvertretung immer wieder eine Herausforderung.

Jedes Medikament, auch ein Naturheilmittel, braucht die Zulassung für Herstellung und Vertrieb von Swissmedic. Dazu gilt es gemeinsam mit den nationalen und kantonalen Behörden und Aufsichtsorganen die Rahmenbedingungen festzulegen und wenn nötig anzupassen.

Wo gibt es Vorteile und Errungenschaften der komplementärmedizinischen Heilmittel?

Es geht nicht darum, die Komplementärmedizin gegen die Schulmedizin auszuspielen, beide Methoden machen von Fall zu Fall Sinn. In der Akutmedizin sind die klassischen Heilmethoden oftmals die geeignete Massnahme für eine schnelle Verbesserung des Gesundheitszustandes des Patienten.

Viele Indikationen – dazu gehören oft auch chronische Beschwerden – lassen sich aber mit den Behandlungsalternativen der Komplementärmedizin und den entsprechenden Heilmitteln besser, sanfter und für den Patienten verträglicher behandeln.

Was gehört denn eigentlich zu den komplementärmedizinischen Heilmitteln?

Mit unseren Produkten wollen wir im Grundsatz möglichst nahe an der Natur bleiben. Die Behandlung in Komplementärmedizin bieten in erster Linie Hausärzte, aber auch Heilpraktiker an. Die entsprechenden Heilmittel und Nahrungsergänzungsmittel sind in Apotheken und Drogerien erhältlich.

Ganz wichtig dabei ist die seriöse Beratung durch die ausgewiesene Fachperson, denn es gibt sowohl frei verkäufliche Naturheilmittel ohne Rezept, aber auch rezeptpflichtige Medikamente, die nur unter Aufsicht eines Arztes oder Apothekers angewendet werden dürfen. Der Mensch befasst sich seit Urzeiten mit den Heilmitteln, die uns die Natur schenkt. Für uns gilt es, die Vorteile dieser Heilkräfte optimal zu nutzen.

Gehören auch die sogenannten Nahrungsergänzungsmittel in diese Kategorie?

Ja, trotzdem gilt es diesen Markt gegenüber den Heilmitteln sauber abzugrenzen. Hier herrscht ein grosser internationaler Wettbewerb mit allen Vor- und Nachteilen.

Wir bemühen uns, dass in der Schweiz nur Nahrungsergänzungsmittel von hoher Qualität und Güte in Verkehr gebracht werden und dass die dafür geltenden Vorschriften auch eingehalten werden.

In welche Richtung entwickelt sich die Komplementärmedizin?

Die Naturmedizin gewinnt allgemein, also auch weltweit, immer mehr an Bedeutung. Die Menschen erkennen je länger je mehr, dass gewisse Krankheiten durch die Natur besser und sanfter behandelt werden können.

Besonders in der Schweiz stellen wir fest, dass die Bevölkerung offen und sensibilisiert für alternative Behandlungsmethoden ist. Schritt für Schritt kommen wir dem Ziel näher, dem Miteinander von Schul- und Komplementärmedizin.